Die Lehren meines Vaters (3)

Von vielen Leuten meiner Generation habe ich gehört, dass ihre Eltern die Nazizeit einfach schweigend übergangen haben. Bei uns zu Hause war das nicht so.

Papa erzählte freimütig, wie auch er als Kind und Jugendlicher verführt wurde durch die Kameradschaft in der Hitlerjugend, wie er alles geglaubt hat, was sie ihm erzählten über die Schlechtigkeit der Juden oder den Endsieg. Die scheußlichen Hass-Lieder, die er am Lagerfeuer mitsang. Wie sie einen feindlichen jungen Flieger abschossen und gefangen nahmen, und er feststellte, dass das tatsächlich ein Mensch wie er war. Wie alle Illusionen zusammenbrachen, als die Lügen offenbar wurden. Über die schrecklichen Folgen der Verirrung: Tod, Hunger, Gefangenschaft, zerrissene Familien. Dann wendete er sich dem Evangelium zu und erkannte u.a., dass die Juden Gottes geliebtes Volk sind.

Lehre Nummer 3: Sei ehrlich zu deinen Kindern über vergangene Fehler. Sie respektieren dich um so mehr, und sie lernen was draus.

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