Predigt-Nachlese: Nicht aufgeben!

In Lukas 18, 1-8 stehen 2 Personen auf der Bühne: Eine Witwe, die Rechtsbeistand braucht gegen einen Betrüger, der ihre schwache Position ausgenutzt hat, und ein Kotzbrocken von einem Richter, den die Angelegenheit dieser Frau nicht die Bohne interessiert, da sich an ihr nichts verdienen lässt. Seine Beziehung zu Gott und Menschen ist von völliger Respektlosigkeit gekennzeichnet, so dass er die wiederholten Aufforderungen der Heiligen Schrift, für das Recht der Witwen und Weisen zu sorgen, kaltschnäuzig ignoriert.

Diese Witwe ist vermutlich wirklich sehr allein auf der Welt, denn normalerweise wäre sie von irgendeinem männlichen Verwandten vertreten worden. So hat sie nichts als die Kraft ihrer Verzweiflung – sie wird sich durchsetzen, oder dem Halsabschneider zum Opfer fallen. Und deswegen kann sie gar nicht anders, als jeden Tag bei dem, der ihr Recht verschaffen könnte, wenn er nur wollte, auf der Matte zu stehen.

Sie nervt, heult, jammert, schreit, fordert – denn sie braucht diesen Richter, und er ist ihre einzige Hoffnung.

Und schließlich gibt er nach! Er kann das nicht mehr aushalten; er sieht, dass er sie nie mehr loswerden wird, wenn er nichts für sie tut. Und im Grunde ist ihre Angelegenheit eine Kleinigkeit für ihn.

Jesus erzählt uns diese Geschichte in einem endzeitlichen Zusammenhang. Er ermutigt uns, wie diese Witwe nicht aufzugeben. Gott, der ja nicht ist wie dieser Richter, sondern größtes Interesse an uns hat, mag uns trotzdem manchmal desinteressiert vorkommen, wenn Dinge nicht gleich so laufen, wie wir sie uns gedacht haben. Und warten wir nicht schon 2000 Jahre auf die Wiederkunft Jesu, von der er im Kapitel davor gesprochen hat? Und wo bleibt er? Stattdessen wird es immer finsterer in der Welt, Christen leiden in Arbeitslagern, werden gefoltert, gequält, unterdrückt und getötet. Und nicht erst uns beschäftigen diese Fragen; schon im 1. Jhdt. schrieb Petrus : “Für den Herrn ist das, was für uns ein Tag ist, wie tausend Jahre und was für uns tausend Jahre sind, ist für ihn wie ein einziger Tag.  Der Herr verzögert seine Zusage nicht, wie manche das meinen. Im Gegenteil: Er hat Geduld mit euch, denn er will nicht, dass irgendjemand zugrunde geht, sondern dass alle Gelegenheit haben, zu ihm umzukehren. “ (2. Petrus 3,9)

Hört nicht auf zu beten und eure Hoffnung auf Gott zu setzen! ermutigt uns Jesus. Haltet fest; er wird sich eurer Sache annehmen! Und dann fragt er: “Wird der Menschensohn wohl solch einen Glauben auf der Erde finden, wenn er kommt?“

Ich möchte gerne einer sein, der festhält, und bei dem er diesen beharrlichen Glauben findet!

Wer übrigens Lust hat, sich die Predigt anzuhören (englisch mit deutscher Übersetzung): hier

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s