Hörerprofil, Täterprofil

“Seid aber Täter des Wortes und nicht nur Hörer, die sich selbst betrügen!” schreibt Jakobus in 1,22.

Menschen, die sich selbst betrügen, sind außerordentlich unangenehm. Man kann mit ihnen gar keine richtige Beziehung pflegen, weil sie nicht in der Realität leben. Du solltest sie auch nur drauf hinweisen, wenn du keinen großen Wert auf ihre Freundschaft legst. Jakobus aber meint: Passt mal lieber auf, dass ihr nicht selbst solche seid! Ein bisschen beängstigend……denn wer sich betrügt, wie soll er es merken?

Deswegen entwirft Jakobus das (Nur-)Hörerprofil und das Täterprofil.

Der Nur-Hörer soll Unsauberkeit und das Übermaß der Schlechtigkeit ablegen. Da denkt man natürlich zuerst an so schlimme Sachen wie Mord, Raub und Ehebruch. Als ich aber die Parallelstelle zu dem Begriff “ablegen” anschaute, war ich doch etwas erschrocken. Zorn, Wut und mal eben negativ über jemand geredet und schnell die Klappe gehalten, wenn die Person plötzlich zur Tür reinkommt – das ist mir durchaus vertraut. Wenn jemand seine Zunge nicht zügeln kann, sagt Jakobus weiter, dann braucht er sich nicht einzubilden, dass er Gott dient. Das ist hart.

Was ist denn nun das Täterprofil? Täter will ich ja werden.

Jakobus empfiehlt Sanftmut gegenüber dem Wort Gottes. Sanftmut ist das Gegenteil von Rebellion. Der Sanftmütige hört mit der Absicht anzunehmen und zu gehorchen. Er macht nicht Stille Zeit und klappt die Bibel zu und macht weiter wie bisher. Wenn Gott ihm unschöne Dinge über sich zeigt, hat er nicht eine halbe Stunde später schon wieder Oberwasser und fühlt sich besser als der Rest der Welt. Er ist langsam zum Reden und kann zuhören, weil er weiß, dass er noch viel zu lernen hat. Und sein Gehorsam ist praktisch. Er schlägt sich darin nieder, dass er sich um die kümmert, die es brauchen.

Der Täter ist “glückselig in seinem Tun” – ich denke, weil er das Wohlgefallen Gottes auf sich spürt.

Was mich froh gemacht hat: “Seid aber Täter!” steht im Urtext in einer Form, die bedeutet: “Bleibt dran, es zu werden!” Wenn ich auf das Reden Gottes eingehe, ist also noch nicht alles verloren; wenn ich versage, darf ich wieder aufstehen und mich dem Ziel, ein Täter zu werden, neu hingeben.

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