Niedergeschlagen

Draußen ist es dunkel, die Kerzen auf dem Adventskranz brennen, und ich schaue in das aufstrebende Licht. Irgendwie spüre ich Traurigkeit in mir hochsteigen. In letzter Zeit gab es ab und zu Tränen bei mir.

Die Zeit vor Weihnachten – wenn wir denn zur Ruhe kommen – ist oft auch eine Zeit, wo uns die Brüche in unsrer Biografie schmerzlich bewusst werden. Das Wort “Familie” fällt so häufig – kaum ein Mensch, der da nicht seine Wunden mit sich herumschleppt….

Ist Traurigkeit nun schlimm? Müssen wir immer obenauf sein?

Heute morgen las ich über so eine Art “geistlichen Hausputz”.  Manchmal haben wir es bitter nötig, dass die Realität einkickt, und das hebt nicht unbedingt die Stimmung.

Jakobus empfiehlt: “Fühlt euer Elend, trauert und weint! Euer Lachen sollte sich in Trauer verwandeln und eure Freude in Kummer. Demütigt euch vor dem Herrn, dann wird er euch erhöhen.” Es gibt eine gute Art von Betrübnis, die positive Auswirkungen hat, die uns, die wir so schnell dazu neigen, Unangenehmes auszublenden und zu viel von uns zu halten (mir geht es jedenfalls so), wieder auf den Teppich der Tatsachen bringt:

Den Hochmütigen widersteht Gott, aber den Demütigen gibt er Gnade. So unterwerft euch nun Gott! Stellt euch dem Teufel entgegen, dann wird er von euch fliehen. Nähert euch Gott, dann wird er sich euch nähern. Wascht die Hände, ihr Sünder, reinigt eure Herzen, ihr Zwiespältigen!” (Jakobus 4,7.8)
Das Ergebnis dieses Hausputzes ist die echte Freude: Nicht an den Annehmlichkeiten des Lebens, nicht an unserem Erfolg und unserer Rechtschaffenheit, sondern an der Gnade Gottes.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s