Jetzt mal im Ernst

Meine Mutter leidet seit Jahren unter einem anfallsartigen, sehr schmerzhaften Nervenzucken im Rücken. Als sie letztes Jahr wegen anderer starker Schmerzen Morphinpflaster bekam, war es eine angenehme Nebenwirkung, dass diese Schmerzen (zumindest vorübergehend) einfach mit verschwanden. Natürlich war damit die Frage nach der Ursache auch “erledigt”.

Manchmal schreie ich zu Gott wegen bestimmter Nöte in meinem eigenen Leben oder auch im Volk Gottes oder bei Leuten, an denen mir was liegt. Und dann kommen Ablenkungen, die den Schmerz betäuben, oder die konkrete Situation bessert sich, ohne dass sich bei den tiefer liegenden Gründen etwas geändert hat. Mein Schreien wird leiser – die Motivation ist weg.

Vielleicht werden deswegen so viele Gebete nicht erhört? Denn Gott hat versprochen, denen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, zu helfen. Aber wir schreien nur sporadisch; in der übrigen Zeit amüsieren wir uns wieder ganz gut oder sind einfach furchtbar beschäftigt.

“Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist,” heißt es (zumindest in alten Bibelübersetzungen) in Jakobus 5,16. Um diese Ernsthaftigkeit muss man immer wieder kämpfen; sie geht im Geplänkel unseres Lebens so leicht unter. Aber es ist die Sache wert, denn wer will nicht so beten, dass das Gebet viel vermag?

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