Predigt-Nachlese: Wer kann denn überhaupt gerettet werden?

Das ist eine Frage, die die Zuhörer Jesu bewegt und verwirrt.

Er hatte ihnen von dem Zöllner erzählt, der sich seiner Schuld so sehr bewusst war und der Gott um Versöhnung anflehte (s. hier).

Dann nahm er die kleinen Kinder als Beispiel für die Art und Weise, wie man das Reich Gottes aufnehmen sollte. Kinder sind völlig abhängig, haben keine Kontrolle über ihr Leben und brauchen sie auch nicht, weil sie vertrauen. Sie kommen gar nicht auf die Idee, sie könnten ihr Leben alleine meistern.

Und nun kommt ein junger Mann zu Jesus und hat eine wichtige Frage. Er ist in jeder Beziehung über dem Durchschnitt: Er ist begütert, vermutlich ein erstgeborener Sohn mit all der daran hängenden Verantwortung; er hat eine herausragende gesellschaftliche Stellung; er ist interessiert an geistlichen Fragen, gesetzestreu und doch mit dem tiefen Bewusstsein eines geistlichen Mangels; und er ist mutig: Er kommt nicht wie Nikodemus bei Nacht, sondern sehr öffentlich zu Jesus, obwohl das nicht ohne Risiko ist.

„Guter Rabbi,” fragt er, “was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?“  Diese Anrede war durchaus unüblich, und Jesus macht es noch mal klar, was er damit aussagt, nämlich dass er Jesus Qualitäten Gottes zuerkennt. Er beweist Offenheit und meint, was er sagt:“ “Was muss ich tun?” Denn das denkt er: Dass es am Tun liegt, und wenn er nur wüsste, was, dann ließe sich das machen.

Jesus geht darauf ein: ”Du kennst doch die Gebote.” “Ja, die habe ich alle von Jugend an gehalten,” meint er, und offenbart damit, dass er sein eigenes Herz nicht kennt. Und nun zeigt Jesus ihm, dass er nicht so bereit ist für das ewige Leben, wie er dachte: „Eins fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen – du wirst dann einen Schatz im Himmel haben – und komm, folge mir nach!“

Wie anders geht Jesus hier vor als viele “sucherorientierte” Prediger unsrer Tage! Jesus lässt sich nicht zu seinem frommen Leben dazufügen, um seine geistlichen Befindlichkeitsstörungen aufzulösen. Nein, er verlangt einen grundlegenden Tausch: Alles, was du bist und hast und worauf du dich stützt gegen das Privileg der Nachfolge, wo ICH dein Alles bin.

Der junge Mann wird traurig. Diese Hürde ist ihm dann doch zu hoch. Aber Jesus kann seine Ansprüche nicht runterschrauben: „Wie schwer ist es doch für Wohlhabende, in Gottes Reich zu kommen! Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in Gottes Reich.“

“Ja, wer kann denn dann überhaupt gerettet werden?” fragen wir mit den Zuhörern damals. Jesus antwortet: “Was bei Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott.” Menschen können es überhaupt nicht. Wir können nichts tun, aber Gott kann es tun. Er kann uns die Augen öffnen, dass wir sehen: Weder unsre Leistung noch unsre Position noch unser Vermögen sind irgendetwas wert vor Gott; nur Jesus und sein Opfer können uns das ewige Leben geben. Und diese Sicht macht uns dann frei, um seinetwillen aufzugeben, was uns sowieso nichts nützen kann.

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