Predigt-Nachlese: Tod nach Plan

Warum musste Jesus hingerichtet werden? Waren die Ereignisse Gott aus dem Ruder gelaufen? Konnte er nicht auf seinen Sohn aufpassen? War das Böse stärker als das Gute, sozusagen der Super-GAU der Weltgeschichte?

Im heutigen Bibeltext in Lukas 18,31-34 ist Jesus auf dem Weg nach Jerusalem. Er weiß, was dort geschehen wird und versucht, seine Jünger darauf vorzubereiten. Sie hoffen immer noch auf den großen Durchbruch, dass er als der Messias sein Reich aufrichtet. Und nun spricht er –schon zum dritten Mal übrigens – von einem ganz anderen Plan, der nicht in ihr Konzept passt, den sie weder akzeptieren noch verstehen können.

Es ist nicht so, dass Jesus nur ahnt, was passieren wird – er weiß es. Es war der Plan Gottes vor Grundlegung der Welt, in den er eingewilligt hatte. Das ganze Alte Testament war voll davon. Jedes Opfer, das im Tempel dargebracht wurde, war ein Bild davon. Das Lamm Gottes musste geschlachtet werden. Schon im Garten Eden wurde im Fluch Gottes über die Schlange der schmerzhafte Prozess angedeutet, mit dem sie überwunden werden würde. Sacharja sprach von dem durchbohrten Messias, um den das reumütige Volk wehklagt. Psalm 22 und Jesaja 53 gehen vollends ins Detail:

Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen ….Die mich sehen,  die spotten über mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf.  „Er vertraute Jahwe, der mag ihn jetzt retten, er hat ja Gefallen an ihm!“…… Ich zerlaufe wie Wasser auf trockener Erde, auseinandergerissen scheint all mein Gebein, mein Herz schmilzt wie Wachs, zerfließt in meinen Gedärmen. Meine Kraft ist vertrocknet, dürr wie ein Scherben. Meine Zunge klebt, am Gaumen haftet sie fest.In den Staub des Todes hast du mich gelegt, denn mich umlauert die Meute der Hunde. Übles Gesindel hat mich umringt und hat mir Hände und Füße durchbohrt. All meine Knochen könnte ich zählen. Sie stehen dabei und gaffen mich an. Meine Kleider teilen sie unter sich auf, und mein Gewand verfällt ihrem Los.

Er wurde verachtet, und alle mieden ihn. Er war voller Schmerzen, mit Leiden vertraut, wie einer, dessen Anblick man nicht mehr erträgt. Er wurde verabscheut, und auch wir verachteten ihn. Doch unsere Krankheit, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen, er lud sie auf sich. Wir dachten, er wäre von Gott gestraft, von ihm geschlagen und niedergebeugt. Doch man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld, ihn wegen unserer Sünden gequält. Für unseren Frieden ertrug er den Schmerz, und wir sind durch seine Striemen geheilt. Wie Schafe hatten wir uns alle verirrt; jeder ging seinen eigenen Weg. Doch ihm lud Jahwe unsere ganze Schuld auf. Er wurde misshandelt, doch er, er beugte sich und machte seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das zum Schlachten geführt wird, wie ein Schaf, das vor den Scherern verstummt,so ertrug er alles ohne Widerspruch..…..Doch Jahwe wollte ihn zerschlagen. Er war es, der ihn leiden ließ. Und wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er leben und Nachkommen haben. Durch ihn gelingt der Plan Jahwes.

Der Tod Jesu war der Plan Gottes! Jesus wurde geboren, um zu sterben, denn es gab keinen anderen Weg, unser Schuldproblem zu lösen. Er musste sein Leben für uns lassen, und er tat es freiwillig!

Die Jünger begriffen es nicht. Es war einfach unvorstellbar, unfassbar. Sollten alle ihre Hoffnungen so enden? Dass Jesu Vorhersagen nicht bei seinem Tod stehenbleiben, dass er von seiner Auferstehung spricht, dass der Weg zu Reich und Herrlichkeit gerade auf diese Weise gebahnt wird – das haben sie erst später verstanden. Nach seiner Auferstehung erklärte er es zwei von ihnen auf dem Weg nach Emmaus und Petrus selbst schrieb Jahre später, dass alle Propheten auf die Leiden des Messias und die Herrlichkeit danach hinwiesen. Und was für die Jünger Gegenstand großer Verwirrung und Angst gewesen war, wurde zur unaussprechlichen Freude und Hoffnung!

Dieser Herr, der bereitwillig für uns in den Tod gegangen ist, ist es wert, dass wir ihn an die erste Stelle in unserem Leben setzen, egal, was es kostet. Und es hat viele das Leben gekostet, früher und auch heute! Wir können es, wenn wir unsere Augen fest auf ihn richten, der uns vorangegangen ist.

Er hat uns gezeigt, wie man diesen Lauf beginnt und als Sieger ans Ziel kommt. Weil er wusste, welche Freude auf ihn wartete, hat er das Kreuz und die Schande dieses Todes auf sich genommen. Nun sitzt er auf dem Ehrenplatz an Gottes rechter Seite. (Hebräer 12,2)

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