Geschmacksverirrung und Gedeihstörung

Heute morgen , als ich in 1.Petrus 2 las

“So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle Verleumdungen, und seid als neugeborene Kindlein begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst, wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist”,

dachte ich an die Zeit zurück, als meine älteste Tochter gerade geboren war. Sie kam bald nach der Geburt auf die Kinderstation zur Beobachtung (wegen eines Verdachts, der sich dann nicht erhärtete), und ich wurde nach Hause entlassen. Dort pumpte ich die Muttermilch ab und brachte sie in die Klinik. Doch leider, wie ich über eine Freundin erfuhr, die in der selben Klinik arbeitete und mal nach ihr schaute, kippten die Schwestern die Muttermilch weg und gaben ihr Ersatzmilch. (Wem das undenkbar vorkommt: Es ist über 37 Jahre her, und damals waren die Zustände in den Krankenhäusern noch etwas anders als heute und Stillen allgemein nicht hoch im Kurs.) Als sie dann nach Hause kam, wollte sie keine Muttermilch mehr. Warum?

Die Ersatzmilch war süßer (da haben die Hersteller inzwischen auch dazu gelernt). Und aus dem Flaschensauger trinkt es sich auch müheloser, vor allem wenn er ein großes Loch hat, damit es flott geht.

Ich habe ähnliches auch im geistlichen Bereich beobachtet. Wenn junge Gläubige auf die “Fertigmilch-Spur” gesetzt werden und von Losungen und Andachtsbüchern und aus dem Zusammenhang gerissenen Abschnitten  leben und nicht lernen, die Bibel selbst im Zusammenhang zu lesen und zu studieren, ist es schwer, sie später noch auf den Geschmack zu bringen. Und dann sind allerlei geistliche Gedeihstörungen die Folge, denn was gesund hält, ist die unverfälschte Milch – und davon ausreichend. Wie die Muttermilch wichtig ist für das Immunsystem des Säuglings, so ist das ganze Wort Gottes wichtig für unser geistliches Immunsystem. Wer es begierig trinkt, erkennt die Irrlehre, die Verführung, die Sünde und kann besser gegenhalten bzw. sich von Krankheiten schneller erholen.

Interessant ist im Text oben auch der “Geschmack” der Bibel. Wir sind nämlich begierig auf sie, weil sie nach der Freundlichkeit Gottes schmeckt! Das ist genau der Geschmack, den ein verlorener Sünder wie ich kennengelernt hat, als er Gottes Barmherzigkeit begegnete, und den er immer wieder schmecken will, und der ihn so begierig macht nach dem Wort Gottes. Lasst uns auf die jungen Christen achten, dass sie das richtige Trinken lernen, ehe ihre Geschmacksnerven durch unzureichende Kost abgestumpft sind!

Ein Gedanke zu „Geschmacksverirrung und Gedeihstörung

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