Jesu Stimme hören

“Meine Schafe hören auf meine Stimme. Ich kenne sie, sie folgen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben. Sie werden niemals verlorengehen und niemand wird sie mir entreißen.” (Johannes 10,27)

In einem YouTube- Video sprach jemand über diesen Vers. Seine Schlussfolgerung war, dass jeder, der zu Jesus gehört, irgendwie auch seine Stimme hören muss, und verband damit die Vorstellung, dass wir manchmal Gedanken haben, die Handlungsanweisungen Gottes sind. Wir müssten üben, die zu hören bzw. herauszufinden.

Neu war mir das nicht, denn ähnliche Experimente habe ich als junger Christ auch gemacht. Glücklicherweise kam eindeutiger Unsinn dabei heraus. Ich dachte, ich sollte zu jemand gehen und mit ihr reden – aber die Person war gar nicht da. Das war ziemlich ernüchternd. Natürlich kann man dabei auch mal Zufallstreffer landen. Aber ist diese Stimme, von der hier die Rede ist, eine Stimme in meinen Gedanken?

Im Zusammenhang geht es um das “Kennen des Hirten” und um das ewige Leben. Wer zu den Schafen Jesu gehört, der erkennt ihn, der vertraut ihm. Der weiß: Das ist er, der Hirte, der sein Leben für mich gelassen hat. Er erkennt die falschen Ideologien und Lehren; sein geistliches Immunsystem stößt sie ab; er merkt: Das ist er nicht, das ist was Fremdes. Er erkennt die Bibel als das Wort Gottes (was wirklich ein ungeheures, übernatürliches Wunder ist!) und die Botschaft vom Kreuz als seine Rettung. Er sagt:“ “Denn ich weiß, an wen ich glaube, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das mir anvertraute Gut zu bewahren bis zu jenem Tag.” (2.Timotheus 1,12) Er hat durch den Heiligen Geist die Gewissheit, zu Christus zu gehören, und niemand kann ihm die wegnehmen.

Aus dem Erkennen des Hirten kommt das Folgen und das ewige Leben. Glücklicherweise hängt das nicht davon ab, ob ich irgendeinem Gedanken oder Impuls folge, der mir plötzlich in den Sinn kommt . Damit will ich nicht sagen, dass Gott uns nicht Gedanken und Impulse geben kann, vor allem beim Lesen seines Wortes. Nur sollten wir obigen Vers in dem Zusammenhang lassen, in dem er steht. Das ist generell ein guter Grundsatz, der viel „geistlichen Unfug“ vermeiden hilft.

2 Gedanken zu „Jesu Stimme hören

  1. andy55

    Liebe Ruth,
    ich lese immer wieder gerne deine interessanten und mutmachenden Blogbeiträge. Und habe sie sogar abonniert…:-)
    Zum heutigen Thema allerdings denke ich (zur Zeit) anders, will sagen, dass ich wahrscheinlich in vielem ähnlich geprägt bin wie du, aber in den letzten Jahren neue Erfahrungen gemacht habe.
    Gott besser zu hören, zu verstehen, zu erleben – das ist ein langer Wunsch. Aber immer sagte man mir: Lies die Bibel, das muss reichen. Inzwischen weiss ich, dass Schafe wirklich die Stimme des Hirten hören (können), und zwar in ganz vielfältiger Art. Ich kannte einfach bis dahin diese Art nicht, habe aber darüber geurteilt…
    Heute tut es mir Leid. Was wissen wir denn wirklich von Gottes Wesen und Wirken? Vielleicht das, was wir selbst erleben oder interpretieren? Ich selber habe bisher kaum Heilungen und Wunder erlebt, glaube aber daran, dass Gott vielen Menschen weltweit daran teilhaben lässt.
    Wir haben seit drei Jahren einen Gebetskreis „Hörendes Gebet“ – und was und wie Gott an Menschen wirkt, es würde ein Buch füllen.
    Ich wünsche dir, dass du es – so offen, wie du auf mich wirkst – es doch noch erlebst, das Gott deutlich zu dir spricht…
    Liebe Grüsse, Andreas

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  2. Ruth Autor

    Es ist nicht so, dass mir das gänzlich unbekannt ist, auch wenn ich es ganz deutlich nur ein einziges Mal erlebt habe, als Gott mir in einem Zustand größter innerer Not einen direkten Zuspruch gegeben hat, auf den ich niemals selbst gekommen wäre. Aber ich meine, 1.dass diese Bibelstelle nicht davon handelt, und 2. dass es falsch ist, in sich selbst danach herumzusuchen. Dass Gott durchaus in der Lage ist, mit uns zu sprechen auch außerhalb seines Wortes (wenn auch nicht im Widerspruch dazu), glaube ich schon. Meiner Erfahrung nach tritt das allerdings nicht inflationär auf.

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