Predigt-Nachlese: Von der Verzweiflung zur Freude

Predigttext: Lukas 24

An jenem ersten Tag der Woche nach der Kreuzigung dessen, den die Jünger für den Messias, den König des erhofften Reiches Gottes, gehalten haben, gehen zwei von ihnen von Jerusalem nach Emmaus. In ihren Herzen ist es dunkel; die letzten Tage haben sie müde, verzweifelt und völlig verwirrt zurückgelassen. Alle Hoffnung scheint an jenem Kreuz gestorben zu sein; die Gegner haben triumphiert und die Oberhand behalten. Haben sie sich denn so schrecklich geirrt in diesem Jesus? Oder ist Gott zu schwach, seinen Auserwählten zu schützen? Dazu kommt noch, dass der Leichnam offenbar verschwunden ist. Ein paar Frauen aus ihrem Freundeskreis haben irgendwas von Auferstehung gefaselt……aber kein Wunder – sie sind ja alle völlig neben der Spur. Da wo der Sinn und Inhalt ihres Lebens war, ist nur noch ein schwarzes Loch, und sie versuchen ihn wiederzufinden, ihren Schmerz miteinander im Gespräch aufzuarbeiten. Aber sie kommen nicht weiter.

Da schließt sich ihnen ein Fremder an. Es ist Jesus selbst, aber sie erkennen ihn nicht. Er fragt sie, was sie denn da für Probleme wälzen, und sie wundern sich, dass er offenbar von den jüngsten Geschehnissen nichts mitbekommen hat, und erzählen ihm die ganze Geschichte.

Der Mann weiß, was ihnen fehlt. Er erkennt ihr Bedürfnis, das große Bild zu erkennen. Sie sehen nur ihren kleinen Ausschnitt der Ereignisse, und so gibt er ihnen unterwegs einen kleinen Bibelkurs. Er fängt bei 1.Moses an, bei dem Erlöser, der schon Eva verheißen wurde. Sie sprechen über das erste Opfer, über die Arche der Rettung, über Abraham, der seinen Sohn opfern musste, über das Passalamm, das stellvertretend starb, über die täglichen Opfer in Stiftshütte und Tempel, über den leidenden Messias in den Psalmen, über das Lamm Gottes in Jesaja 53. Und langsam spüren sie, wie die Dinge an ihren Platz fallen, wie der Sinn sich einstellt und das Verstehen aufkeimt. Die Traurigkeit weicht, und ihr Herz fängt an zu brennen: “Das ist die Antwort auf alle unsere Fragen!”

Und immer noch haben sie Jesus nicht erkannt – aber sein Wort allein hat ihnen schon geholfen. Erst als sie miteinander die Abendmahlzeit einnehmen und er ihnen das Brot bricht, verstehen sie, dass ER es ist – und dann ist er auch schon wieder weg. Und sie machen sich sofort wieder auf den Rückweg nach Jerusalem, um ihren Freunden diese Botschaft zu bringen. Solch eine Kraft hat die Freude über ihr neues Verständnis und die Begegnung mit dem Herrn ihnen gegeben, dass alle Erschöpfung wie weggeblasen ist.

Geht es uns nicht auch oft so? Die Dinge laufen anders als erwartet, die Hoffnungen werden enttäuscht, und das Schlimmste ist: Wir finden den Sinn nicht. Wie die Jünger sehen wir oft die Zusammenhänge nicht, Gottes großen Plan, der die Puzzleteile zusammenfügt. Wie die Jünger sind wir verloren und unwissend und müssen uns an die Quelle der Weisheit Gottes wenden, an eben dieses Buch, das Jesus auch diesen Beiden ausgelegt hat. Es hat die Antworten auf unsere Fragen. Es ist nicht immer leicht zu verstehen – wir müssen forschen, und wir brauchen die Hilfe des Heiligen Geistes. Aber es ist möglich, nur durch das Lesen dieses Buches die Wahrheit zu finden.

Das Suchen und Forschen nach der Perspektive Gottes bleibt eine lebenslange Aufgabe, und das Beste, was wir für jemand tun können, ist ihm die Bibel zu erklären. Und wenn dann die Klarheit wächst und Christus erkannt und das Evangelium verstanden wird, wird das Herz aus der Verzweiflung in die Freude geradezu hineinkatapultiert – damals wie heute.

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