Gott ist immer für Überraschungen gut

Ich habe gerade die Geschichte von Joseph gelesen (in 1.Mose 37-50). Familie ist nicht immer schön. Es gab eine Zeit in seinem Leben, da beschwor das Wort “Familie” Erinnerungen herauf, die er lieber vergessen wollte. Ja, es gab auch gute……er liebte seinen Vater. Ob der überhaupt noch lebte? Und es gab so viel schmerzhafte…. Aber nun war das alles endgültig vorbei, und er hielt sein eigenes Baby im Arm. Etwas Neues hatte angefangen, und um einen klaren Schnitt zu bezeichnen, nannte er seinen Sohn “Manasse”, d.h. “der vergessen lässt”.

Vermutlich war er sich sicher, dass Gott, der ihn bis hierher gebracht hatte, ihm bei diesem Vergessen zur Seite stand. Er hatte ihn schlimmste Situationen überleben und überwinden und ihn Karriere machen lassen. Joseph hatte jetzt wirklich ein gutes Leben, und er war dankbar dafür. Er wollte nach vorne schauen und nicht mehr in der Vergangenheit herumwühlen.

Und dann kam das Thema “Familie” zur Wiedervorlage. Plötzlich stehen seine Brüder vor ihm, und der ganze alte Schmerz ist wieder da, aber auch die Träume. Die hatte er mitsamt den Verletzungen in die unterste Schublade geschoben.

Gott ist immer für Überraschungen gut – und nicht immer gefallen sie uns auf den ersten Blick. Wir denken, wir sind zur Ruhe gekommen, und dann tut sich die nächste Baustelle auf. Was wir für das Ziel hielten, war eher eine kurze Pause vor der nächsten Treppenstufe.

Auch Joseph brauchte eine Weile, um widerstreitende Gefühle vor Gott zu sortieren. Aber schließlich erkennt er, dass Gott größere Ziele hat, solche, die über Josephs eigenes Wohlergehen hinausweisen. Er hat einen Plan für sein Volk, und Joseph darf eine Rolle darin spielen.

So lange wir leben, sind wir noch nicht fertig: Es gibt immer noch was zu lernen. Es gibt immer noch Pläne Gottes, die sich entfalten. Es gibt immer noch Unerwartetes und Überraschungen aus heiterem Himmel. Manchmal ist das sehr anstrengend, vor allem wenn wir unser Leben gerade mal schön fanden. Aber dann erkennen wir wie Joseph: Es kommt nicht auf uns an. Gott hat Größeres vor, und Schmerzen und Mühen und emotionales Tohuwabohu kann er alles fruchtbar machen für sein Reich.

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