Predigt-Nachlese: Das Opfer

Predigttext war Lukas 22,1-20

Die Geschichte der Menschheit hat einen Kulminationspunkt – das Kreuz von Golgatha.

Im Garten Eden hatte der Mensch ungehinderte Gemeinschaft mit Gott; das war buchstäblich der Himmel auf Erden. Aber durch die Einwilligung des Menschen in die Sünde ist diese Gemeinschaft zerbrochen, und das Herz des Menschen, das zuvor in Gott sein ganzes Glück fand, wurde verhärtet und bekam eine Neigung zum Bösen. Gott jedoch hatte schon vor Grundlegung der Welt einen Rettungsplan ersonnen, und für diese Rettung war ein vollkommenes, sündloses Opfer nötig. Das Kreuz ist die perfekte Lösung  unseres Problems: Dort opferte sich Jesus, der Heilige und Gerechte, der nie gesündigt hatte, für uns. Und nun haben wir durch dieses Opfer Vergebung, Erneuerung unseres Herzens und die Wiederherstellung der Gemeinschaft mit Gott. Zu all dem können wir nichts dazutun – es ist rundum das Werk Gottes. Und er rettet uns nicht, weil wir solche Schätzchen sind, sondern weil es in seinem Wesen liegt, dass er retten will. Er hat es beschlossen und er tut es: Hesekiel 36,25-27.

Seit dem Sündenfall weist Gott immer wieder darauf hin, dass durch ein Opfer die Gemeinschaft wiederhergestellt wird. Aber alle Opfer waren immer nur ein Schatten des einen wahren Opfers. Sie reden vom Kreuz, von der endgültigen Versöhnung. Sie ließen die Gewissen nicht wirklich zur Ruhe kommen, weil sie nicht wirklich angemessen waren, weil Tierblut nicht wirklich Sünden wegnehmen kann. Das Opfer Jesu kann das, weil es vollkommen war, und es hat das Problem der Trennung von Gott ein für allemal erledigt. Das Kreuz ist die Kraft Gottes.

In unserem Text heute nun setzt Jesus das Abendmahl ein, und zwar anlässlich des Passahfestes. Dieses Fest erinnerte an die Erlösung Israels aus der Bedrückung durch die Ägypter und an das Opferlamm, das ihnen diese Befreiung erkauft hatte. Im Ritus des Passahfestes gab es 4 Kelche; jeder davon war mit einer Verheißung Gottes verbunden. Der 3. Kelch hieß Kelch der Segnung und das damit verbundene Versprechen hieß: “Ich will euch erlösen”., Diesen Kelch setzt Jesus jetzt als den Kelch des Bundes ein, den er mit uns schließt, und der Weg in diesen Bund ist sein Blut, das er für uns gibt. Wie die Israeliten sich immer wieder an den Auszug aus Ägypten erinnern sollten, so sollen wir uns daran erinnern, dass das Blut Jesu uns befreit und vor dem Gericht schützt. Denn Gericht haben wir verdient, weil Gottes Gerechtigkeit verlangt: Wer sündigt, muss sterben.

Während Judas durch seinen Verrat die Mordpläne der Pharisäer ermöglichte, erfüllte sich der Plan, den Gott schon lange gefasst hatte. Er würde von seiner Seite die Gemeinschaft mit den Menschen wieder instand setzen. Das Versprechen des 4. Passah-Kelches (der nicht zum Abendmahl gehört) lautet: “Ich werde euch zu mir selbst nehmen”. Wir können jetzt schon die Gemeinschaft mit Gott genießen, aber wir warten noch auf die vollkommene Wiederherstellung, wie sie in der Offenbarung beschrieben wird (19,1-6):

Dann sah ich einen ganz neuen Himmel und eine völlig neuartige Erde. Der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, auch das Meer gab es nicht mehr. Ich sah, wie die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam. Sie war schön wie eine Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat. Und vom Thron her hörte ich eine laute Stimme rufen: „Jetzt ist Gottes Wohnung1 bei den Menschen. Unter ihnen wird er wohnen und sie werden alle sein Volk sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. Jede Träne wird er von ihren Augen wischen. Es wird keinen Tod mehr geben und auch keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war, ist für immer vorbei.“  „Seht, ich mache alles ganz neu!“, sagte der, der auf dem Thron saß, und wandte sich dann zu mir: „Schreib diese Worte auf! Sie sind wahr und zuverlässig.“ Und er fuhr fort: „Nun ist alles erfüllt. Ich bin das Alpha und das Omega2, der Ursprung und das Ziel. Wer Durst hat, dem werde ich umsonst zu trinken geben: Wasser aus der Quelle des Lebens.

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