Das Joghurt-Prinzip

Gott erwartet von uns, dass wir “die Brüder lieben”. Wer sich selbst ein bisschen kennt, für den ist das ein sehr beängstigendes Gebot. Denn wenn Gott von Liebe redet, dann meint er nicht ein bisschen Freundlichkeit, die nichts kostet, sondern die Hingabe des Lebens, und zwar nicht aus Pflichtgefühl sondern….na, aus Liebe eben. Gerne. Aus Zuneigung.

Wie aber soll aus mir selbstzentriertem Wesen ein Mensch werden, der nach Gottes Weise wirklich liebt und nicht nur einen humanistischen Gutmenschentum –Zuckerguss hat?

Eben so, wie aus Milch Joghurt wird.

Dazu muss man eine Starterkultur in die Milch einrühren, normalerweise einfach etwas fertigen Joghurt. Für unseren geistlichen Bedarf geht das so: Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. (1.Johannes 4,10) Gottes Liebe ist die Starterkultur, die unser Herz “beimpft”. Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. (1.Johannes 4,19)

Die Milch selbst kann gar nichts tun, als die Milchsäurebakterien ihr Werk tun zu lassen. Sie sollte allerdings warm stehen – auch unser geistliches Leben braucht die Wärme der Gemeinschaft anderer Christen, um sich zu entfalten. Je mehr wir uns der Liebe Gottes bewusst werden (und wie sehr wir ihr Opfer brauchen wegen unserer Sünden), desto mehr breitet sie sich in uns aus, bis wir – im Bild gesprochen- selbst zum “Joghurt” werden. Und das geht nicht auf das Konto der Milch, sondern auf das des Starter-Joghurts.

Kann der Prozess auch misslingen? Ja. Wie gesagt, ohne die richtige Temperatur wird das nichts. Und auch eine gewisse Hygiene ist erforderlich. Wenn nämlich andere Bakterien sich auf der Milch ansiedeln, ehe die “guten” wirklich ihr Werk getan haben, wird die Milch einfach schlecht, oder es wird nur ein dünner und schleimiger Joghurt daraus. Deswegen warnt Johannes uns: Kinder hütet euch vor den Götzen! (1Joh. 5,21) oder Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! (1. Johannes 2,15) Wenn wir Gottes Wesen annehmen wollen, müssen wir uns von allem Kontraproduktiven fern halten. Das wirksamste Mittel für die geistliche Hygiene ist das ganze Wort Gottes, das unsere Wahrnehmung schärft zur Unterscheidung von Gutem und Bösem. (Hebräer 5,14)

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