Kein weichgespülter Jesus

Jesus ist das Lamm Gottes. Er ließ sich willig zum Kreuz führen. Er sagt von sich, er sei sanftmütig und von Herzen demütig. Er spricht von Vergebung und Versöhnung.

Viele lesen das durch die falsche Brille und denken, Jesus sei irgendwie harmlos. Es gab einen Gott im Alten Testament, meinen sie, der war nicht so nett. Er ließ ganze Völker ihrer Sünden wegen ausrotten. Er schickte ständig Propheten mit Gerichtsandrohungen. Aber dann kam Jesus und war freundlich und sprach von Liebe und drückte auch mal ein Auge zu. Und jetzt ist der alte Rache-Gott abgeschafft.

Ich lese gerade die Offenbarung, das letzte Buch des Neuen Testaments. Aufgeschrieben hat es der Apostel Johannes, genau der, der in seinen Briefen schreibt und betont: Gott ist Liebe. Hier aber schreibt er von einem zornigen Gott und einem zornigen Lamm. Er schaut in die Zukunft und sieht, wie Gott Gericht übt, und die Menschen die Berge und Felsen anflehen: „Fallt auf uns und verbergt uns vor den Blicken dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!  Denn jetzt ist der furchtbare Tag ihres Zorns gekommen. Wer kann da bestehen?“ (Offenbarung 6,16.17)

Johannes kannte Jesus persönlich und sah da offenbar keinen Widerspruch. Ihm war zu jeder Zeit klar, dass Jesus Sünde hasste, auch wenn er zu Sündern barmherzig und mitleidig war und denen vergab, die Gottes Vergebung suchten. Im Hebräerbrief wird überliefert, wie Gott Jesus anspricht: “Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst.” (1,9)

Weder Gott, der Vater, noch Jesus schließen je einen Kompromiss mit der Sünde. Entweder wir akzeptieren das Opfer, das Jesus für uns gebracht hat, als Gott ihn an unsrer Stelle bestraft hat – oder der Zorn entlädt sich auf uns, und wir bezahlen selbst. Einen anderen Weg gibt es nicht.

Deswegen sind auch wir als Christen für Menschen und gegen Sünde. Wir wissen aus eigenem Erleben, wie lebenszerstörend Sünde ist, und wie einsam der Mensch ist, der dadurch von Gott getrennt ist. Wir sind hier als Botschafter dieses Gottes der Liebe und bieten den Menschen seine Vergebung an, die wir selber erfahren haben. Denn Gott will nicht, dass irgendein Mensch verloren geht, sondern dass alle gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Das Gericht an denen, die das nicht wollen, löst Gott durch Jesus aus, wenn er beschließt, dass die Zeit der Gnade und der Einladung abgelaufen ist. Heute und jetzt kannst du sie noch annehmen – was morgen ist, weißt du nicht.

2 Gedanken zu „Kein weichgespülter Jesus

  1. PrüftAlles

    Danke für diesen großartigen, knappen Artikel. Er bringt eine so wichtige Tatsache gut auf den Punkt. Und es ist genau dieses Weichspülen unseres heiligen Gottes, das mir bei Christen so weh tut.
    Umso besser, wenn das immer mal wieder öffentlich gesagt wird. =)

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    Antwort
  2. Pingback: Was ich gern zum Lesen weiterempfehle (KW 25 & 26 – 2013) | lgvgh – ein Blog von Viktor Janke

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