Lebensbild: Eta Linnemann

Zufällig bin ich neulich über Eta Linnemann “gestolpert“, als ich auf Youtube “Hebräerbrief” eingegeben habe. Ihren Vortrag in Verteidigung der Autorschaft von Paulus fand ich sehr interessant, und so habe ich mal ein bisschen nachgeforscht, wer sie eigentlich ist, und bin auf eine bemerkenswerte Frau gestoßen.

Eta Linnemann ist 1926 in Osnabrück geboren. Wie viele Menschen ihrer Generation war sie nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches auf Sinnsuche. Da die Kirche das war, was nach allen Verwirrungen immer noch “stand”, suchte sie dort nach Antworten, ohne sie wirklich zu finden. Sie beschloss, ihren Wissensdurst zu befriedigen und  Theologie zu studieren. Nach dem Abitur nahm sie an einer kirchlichen Freizeit teil. Auf dieser Freizeit sollten die zukünftigen Studenten von einem Theologen betreut werden, der aber auf Grund einer Grippe kurzfristig absagen musste. Die Organisatoren, die in aller Eile jemand Neues finden mussten, konnten schnell noch einen jungen Pfarrer auftreiben, der sich dann als wirklich gläubiger Mann herausstellte. Er wagte es, diesen jungen Menschen zu sagen, dass sie Sünder seien und einen Retter brauchten. Eta Linnemann gehörte zu denen, die er überzeugen konnte und die Christus annahmen.

Zuhause begann sie die Bibel zu lesen, und auch sonst war eine Änderung ihres Verhaltens zu sehen; allerdings hatte sie niemand, der sie in der Bibel unterwies. Nach einem halben Jahr bekam sie einen Studienplatz in Theologie und kam nach Marburg. Dort lehrte der bekannte Professor Bultmann, und nach dem Griechisch-Grundkurs begann sie, seine Vorlesungen über den Korintherbrief zu besuchen. Als erstes lernte sie, dass die Auferstehung Jesu keinesfalls eine historische Tatsache sei. Auch die Wiederkunft Jesu hielt der historisch-kritischen Methode nicht stand. Und wenn der große Bultmann das sagte, dann war das so. Zwischen den zwei Buchdeckeln der Bibel, so lernte sie, befindet sich  nicht notwendigerweise das Wort Gottes. Vielleicht “wird” es gelegentlich dazu während einer Predigt oder Lesung.

Stück für Stück wurde die Bibel entmythologisiert, jedes Wunder demontiert. Sie lernte, dass die Prophezeiungen erst nach ihrer Erfüllung verfasst wurden. Sie nahm das alles als Wissenschaft an und auf. 1961 promovierte sie mit einer Dissertation über die Gleichnisse Jesu. In den folgenden Jahren lehrte sie als Theologieprofessorin an verschiedenen Stellen selbst die historisch-kritische Methode und schrieb Bücher, die sich gut verkauften.

Sie wurde aber immer frustrierter. Die historisch-kritische Methode, stellte sie fest, führt nicht zur Wahrheit. Sie hatte ihr Leben in den Dienst der Kirche gestellt, aber was dabei herauskam, war nicht die Verkündigung des Evangeliums. Was für einen Sinn ergab das alles? Zu der Zeit bekam sie eine Dissertation in die Finger, deren Verfasser eine Kirche in Afrika beschrieb, in der Wunder und Prophezeiungen geschahen. Das beeindruckte sie doch sehr als jemand, der noch nicht mal an Wunder zur Zeit Jesu glaubte, und stellte ihre Position stark in Frage. Als sie das nächste Mal vor Studenten über die Unmöglichkeit von Wundern referierte, hörte sie sich plötzlich sagen: “Aber so und so habe ich neulich in einer Doktorarbeit gelesen.”

Nun hatte sie einige wirklich gläubige Studenten, und als diese sie so reden hörten, glimmte in ihnen ein Funken Hoffnung für ihre Professorin auf, und sie begannen für sie zu beten. Nicht nur sie, sondern sie mobilisierten ihren Freundeskreis und ihre Familien! Diese Studenten waren sehr nett zu ihr, und als sie sie wiederholt und geduldig zu christlichen Treffen einluden, ging sie schließlich hin. Sie war tief beeindruckt von der Atmosphäre von Liebe und Freude, die ihr da entgegenschlug, und auch die Verkündigung hielt ihrer kritischen Prüfung stand. in der Folge war sie dort öfters anzutreffen. Sie selbst betete täglich, aber sie war überrascht, wie konkret diese Leute beteten. Schließlich kam ein Tag, an dem der Redner dazu aufrief, an Christus zu glauben. In ihr war ein großer Hunger nach diesem Leben aus Gott entstanden, aber sie dachte: Das ist nicht für mich, ich glaube ja schon an ihn! Aber als er dann seinen Aufruf noch mal wiederholte und fragte, wer sein Leben Jesus übergeben möchte, da hob sie die Hand.

Dieser Tag änderte ihr Leben. Sie erkannte, dass sie mit all ihrem theologischen Wissen von Gott keine Ahnung hatte. Sie begann, das Wort Gottes als Wahrheit zu studieren und all das zu verwerfen, was bis dahin ihr Leben bestimmt hatte. Sie hörte von einer Bibelschule und beschloss, dort zum ersten Mal die Basics des christlichen Glaubens zu lernen. Sie, die Theologieprofessorin, setzte sich dort an ihren vorlesungsfreien Tagen auf die Schulbank, saugte das Wort Gottes auf und sortierte ihr Denken. Gleichzeitig versuchte sie ihren Studenten, Theologie auf der Basis ihres neuen Schriftverständnisses zu vermitteln, so wie sie selbst in seinem Verständnis wuchs.

Das war 1977. In den folgenden Jahren löste sie sich völlig von der historisch-kritischen Methode und begann, dagegen zu schreiben. Sie verwarf die Bücher, die sie zuvor geschrieben hatte, und bat darum, sie zu vernichten. 1983 ging sie nach Indonesien als Lehrerin an der Theologischen Hochschule der Indonesischen Missionsgemeinschaft. 2009 starb sie in Leer in Ostfriesland.

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Eta_Linnemann  http://www.gracevalley.org/teaching/2001/Eta_Linnemann_Testimony.html#.UcisYxfwCM8

Zeugnis von Eta Linnemann

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