Predigt-Nachlese: Hingabe und Freude

Der heutige Predigttext steht in Philipper 2,19ff und 3,1-16

Im Gefängnis in Rom macht Paulus sich Gedanken….nicht um sich, sondern um die Gemeinde in Philippi. Er wüsste gerne, wie es bei ihnen läuft. Deswegen möchte er Timotheus zu ihnen schicken. Er vermutet schon, dass die Nachrichten aus Philippi ihn froh machen werden – er hat ein großes Vertrauen in diese Gemeinde (und das ist nicht bei allen Gemeinden so, s. Korinth). Timotheus ist der richtige Mann für diesen Auftrag, er hat das Herz eines Dieners. Da ticken sie gleich, er und Paulus: Sie haben immer das Wohl der anderen im Sinn, wie sie helfen können – nicht wie sie herrschen und sich bedienen lassen können.

Paulus nimmt nicht einfach jeden; ihm kommt es auf die Gesinnung an und auch auf die Bewährung. Wie schnell wird heute jeder “Frischling” im Glauben an jedwede Arbeit gestellt! Timotheus dagegen hat schon eine “Dienst-Geschichte” – “wie ein Kind dem Vater” hat er mit Paulus unter dessen Anleitung gedient. Wenn ich meine Lage übersehe (deren Ausgang noch völlig offen ist, auch ein Todesurteil ist nicht undenkbar), werde ich ihn baldmöglichst zu euch schicken, verspricht Paulus, obwohl er ihn doch selbst gut gebrauchen könnte.

Einer ist schon zu ihnen unterwegs: Epaphroditus. Auch er ist einer mit einem liebenden und dienstwilligen Herzen. Er war nach Rom gekommen als Abgesandter der Philipper, um Paulus in seiner schwierigen Lage beizustehen, und dann dort schwer krank geworden. Und um was hat er sich Sorgen gemacht? Dass seine Krankheit anderen zu Beunruhigung (und vielleicht Anfechtung) Anlass geben könnte! Nun ist er auf dem Heimweg, und die Philipper werden sich freuen, ihn wohlbehalten wieder zu sehen – und dieser Gedanke macht auch Paulus froh.

Solche Menschen sollt ihr ehren, sagt Paulus. Sie geben ihr Leben hin für das Werk Christi. Sie sind nicht fehlerfrei; sie sind auch nur begnadigte Sünder. Nicht ihre Fehlerlosigkeit ist uns ein Vorbild, sondern ihre Dienstbereitschaft und Hingabe, die vor keiner Schwierigkeit zurückschreckt.

Paulus hat von Problemen und Traurigkeiten und Unruhe gesprochen, und ehe er sich jetzt wieder einem schwierigen Thema zuwendet, sagt er den Philippern noch einmal: Freut euch! Freut euch im Herrn! Christen haben in allen Umständen immer Grund zur Freude. Sie sind Gottes Kinder und genießen Gottes Freundschaft! Sie besitzen ein so unzerstörbares Erbe, dass sie sagen können: Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn! Eine solidere Grundlage für unaufhörliche Freude kann es nicht geben!

Aber es gibt einen “Freudenfeind”, durch den wir immer gefährdet sind, und der heißt Stolz und Selbstgerechtigkeit. Paulus nennt das “auf Fleisch vertrauen”. Wenn wir unsere Gerechtigkeit selbst herstellen wollen, anstatt uns auf die Gnade zu verlassen, wird das Herz hart und richtend und die Freude geht flöten. Nein, alles was ich angestellt habe, um vor Gott gerecht zu sein, stellt der Apostel fest (und er war ein Power-“Gerechter-nach-dem-Gesetz”!), verdient im Rückblick nur das Urteil “Dreck” und “Schaden”. Aber ich schaue gar nicht mehr zurück. Jesus Christus hat mich gepackt, und jetzt schaue ich nur noch auf ihn. Ich möchte ihn erkennen und die Kraft seiner Auferstehung erfahren. Ja, sogar die Gemeinschaft seiner Leiden will der Apostel erleben, wenn ihn das dem Ziel näher bringt. Die Philipper sollen sich nur nicht verführen lassen, sondern wachsam sein gegen die Gesetzlichkeit und ihre Lehrer! Jesus hat sie ergriffen, und Jesus ist die Ziellinie, und so muss es bleiben! Und dann hat auch die Freude Raum und kann aus ihnen herausstrahlen.

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