Predigt-Nachlese: Bist du bereit zu sterben?

Das ist eine Frage, die gerne verdrängt wird, und der sich doch jeder stellen muss. Nichts ist so gewiss und unumgänglich wie der Tod. Schon mal drüber nachgedacht? Bist du bereit zu sterben? Und was bedeutet das? Bereit für was?

Hebräer 9,27 sagt uns: Jeder Mensch muss einmal sterben und wird dann vor Gottes Gericht gestellt. Und genau das ist gemeint: Bist du bereit, Gott als Richter zu begegnen? Er wird entscheiden, ob du die Ewigkeit in seiner Herrlichkeit oder in dem verlorenen Zustand verbringst, den die Bibel als Hölle und Ort der Qual bezeichnet.

Im heutigen Text in Lukas 23,39-42 finden wir 2 Männer, die mit dieser Frage sehr verschieden umgehen. Beide sind Kriminelle, die mit Jesus zusammen durch Kreuzigung hingerichtet werden. Zusammen genießen sie in ihrer schrecklichen Situation 2 Privilegien:

  • Sie sind bei vollem Bewusstsein und können ihre Lage nicht ignorieren. Sie wissen und spüren, dass sie sterben werden.
  • Sie sind dem Retter der Welt nahe und können mit ihm sprechen.

Wenn man die selbe Geschichte bei Matthäus liest, hat man den Eindruck, dass sie beide zuerst über Jesus spotteten. Einer von ihnen aber änderte seine Meinung. Und wodurch? Vermutlich durch die “Predigt” der Menschenmenge, die sich über Jesus lustig macht. Er erfährt, dass Jesus sich als Sohn Gottes und König der Juden bezeichnet hat, dass er vielen geholfen und viele gerettet hat, aber sich selbst offensichtlich nicht rettet. Er setzt dieses Puzzle zusammen; er sieht die Liebe Jesu, die seinen Feinden Vergebung wünscht und erkennt: Dieser hängt nicht am Kreuz, weil er ein Verbrecher ist. Der hängt da für die Sünden anderer. Vielleicht kannte er Jesaja 53?

Und während der Erste Jesus weiter für eine lächerliche Figur hält und nichts bedauert an seinen Taten, als dass man ihn erwischt hat, sie nicht als Sünden vor Gott erkennt und bereut, arbeitet in dem Herzen des Zweiten der heilige Geist. Er sieht, dass er mit seiner Schuld gleich vor Gott stehen wird und fürchtet sein Gericht, er erkennt aber auch in Jesus den, der ihn davor retten kann. So bekennt er seine Sünde und bittet Jesus um die Aufnahme in sein Reich. Und Jesus schenkt ihm die Zusage seiner Vergebung und den Eingang ins Paradies, obwohl er keine Gelegenheit mehr hat, irgendetwas gut zu machen und ein besseres Leben zu beginnen. Er, Jesus, lädt auch dieses Menschen Schuld auf sich und erlässt sie ihm vollständig – ohne irgendeine Bedingung als sein Vertrauen, wie es in Titus 3 heißt:

Als dann aber die Güte und Menschenliebe von Gott, unserem Retter, sichtbar wurde, hat er uns aus reinem Erbarmen gerettet und nicht, weil wir gute und gerechte Taten vorweisen konnten. Durch die Wiedergeburt hat er uns gewaschen und durch den Heiligen Geist uns erneuert.

Nun stellt sich natürlich die Frage: Kann man dann nicht einfach weiterleben wie bisher und kurz vor seinem Tod Jesus anrufen? Das ist natürlich Unfug, weil niemand über Tag und Stunde seines Sterbens verfügt. Auch zeigt es, dass man noch die Herzenseinstellung des ersten Verbrechers hat. Der Zeitpunkt zur Entscheidung ist heute und jetzt. „Wenn ihr heute Gottes Stimme hört, verschließt euch seinem Reden nicht!“ (Hebräer 4,7) Die Entscheidung zum Aufschub ist eine Entscheidung gegen Gott, die unerwartet endgültig sein kann.

Bist du bereit zu sterben?

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