Predigt-Nachlese: Lebendige Hoffnung

Auch wenn die moderne bibelkritische Theologie die Auferstehung Jesu ins Reich der Legenden verweisen will: Die Jünger haben ihn gesehen, und seine leibliche Gegenwart hat ihre Angst und Verzagtheit in Freude verwandelt. Und seit dem ersten Ostern ist es der Jubelruf der Gemeinde Gottes gewesen: Er ist wahrhaftig auferstanden! Und damit hat sie immer gemeint, dass sie den Berichten der Augenzeugen, wie sie in der Heiligen Schrift überliefert sind, Glauben schenkt, und zwar in dem Sinn, dass sie historisch wahr sind.

Die Auferstehung gibt uns eine lebendige Hoffnung, sagt Petrus. Ohne sie gäbe es keine, und unser Glaube wäre inhaltslos.

Der heutige Predigttext in Lukas 24,36-52 beschreibt kondensiert, was die 11 Apostel noch bis zur Himmelfahrt mit dem Auferstandenen erlebten, und die Apostelgeschichte und z.B. die Petrusbriefe zeigen uns dann, welche frappierenden Auswirkungen das auf ihr weiteres Leben hatte.

Jesus macht es ihnen ganz klar, dass er wirklich leiblich auferstanden ist. “Fasst mich an! Gebt mir was zu essen!” Er ist kein Geist, sondern ein berührbarer Körper. Es ist ganz offensichtlich auch die Absicht von Lukas zu zeigen, dass ihr Erkennen sich keinesfalls nur in ihrer Vorstellungskraft abspielte. Ganz im Gegenteil passte das, was sie eindeutig sahen, kaum in ihr emotionales Fassungsvermögen. Sie konnten vor Freude und Verwunderung ihren eigenen Augen fast nicht trauen.

In der Zeit zwischen Ostern und Himmelfahrt öffnet Jesus den Jüngern das Verständnis, so wie er es schon bei den Zweien auf dem Weg nach Emmaus getan hat. Zwar hat er ihnen diese Dinge auch schon vor seinem Sterben gesagt, aber jetzt im Rückblick und mit dieser neuen Perspektive durch die Auferstehung können sie das, was er ihnen aus dem Alten Testament zeigt, ganz anders aufnehmen. Und mit großer Sicherheit hat es ein völlig veränderter Petrus dann immer wieder verkündigt:

“Diesen Mann habt ihr durch Menschen, die nichts vom Gesetz wissen, ans Kreuz nageln und töten lassen. Allerdings war es so von Gott beschlossen und vorherbestimmt. Und dann hat Gott ihn aus der Macht des Todes befreit und auferweckt.” Apostelgeschichte 2,23

“Den Urheber des Lebens aber habt ihr getötet. Das ist der, den Gott aus den Toten erweckt hat. Wir sind Zeugen davon.” Apostelgeschichte 3,15

“Nun, ihr sollt es wissen und das ganze Volk Israel auch: Es geschah im Namen von Jesus, dem Messias aus Nazaret, im Namen dessen, den ihr gekreuzigt habt, den Gott aber wieder aus den Toten auferstehen ließ.” Apostelgeschichte 4,10

“Wir sind Zeugen für alles, was er im ganzen jüdischen Land und in Jerusalem getan hat. Dann haben sie ihn ans Kreuz gehängt und getötet. Aber Gott hat ihn am dritten Tag wieder zum Leben erweckt und ihn als Auferstandenen präsentiert  – allerdings nicht dem ganzen Volk, sondern nur den Zeugen, die Gott schon vorher dazu bestimmt hatte. Das waren wir, die mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er vom Tod auferstanden war.” Apostelgeschichte 10,39-41

Nachdem die Jünger die Zusammenhänge verstanden hatten – dass alles so geschehen musste, dass sowohl sein Leiden als auch sein Auferstehen zum ewigen Plan Gottes gehörten – gibt Jesus ihnen den Auftrag, die gute Botschaft von der Vergebung allen Völkern zu verkündigen. Er erteilt ihnen sozusagen den Marschbefehl. In seinem Namen – dem Namen dessen, der gekommen ist, um Verlorene zu retten – sollen sie einer verlorenen und hoffnungslosen Welt diese lebendige Hoffnung verkündigen: Es gibt einen Weg zur Befreiung von Schuld; es gibt Vergebung und ein neues Leben für jeden, der umkehrt und sich dem Auferstandenen mit Haut und Haaren anvertraut. Diese Hoffnung verkündigen wir immer noch, bis Jesus wiederkommt.

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