Kleine Gnaden-Brotkrümel

finden sich manchmal am Rande einer biblischen Geschichte. Sie sind eigentlich nicht die Hauptsache, um die es gerade geht, und trotzdem erlebt man dadurch einen plötzlichen Aha-Effekt und versteht ein bisschen mehr von der Art Gottes.

So ging es mir jetzt, als ich folgende Geschichte in Matthäus 16 las: Die Jünger haben gerade zweimal erlebt, wie Jesus aus wenig Brot viel machte, weil er die Menschenmengen, die ihm nachfolgten, nicht ohne Essen heimschicken wollte. Er hatte Bedenken, dass sie sonst auf dem Weg zusammenklappen würden.

Nun ist er wieder mit seinen Jüngern unterwegs, und wie so oft, setzen sie mit dem Boot über ans andere Ufer des Sees. Als sie dort aussteigen, fällt ihnen heiß ein, dass sie vergessen haben, Brot mitzunehmen. Zu dumm aber auch! Was jetzt? Offensichtlich konnten sie dort nichts einkaufen.

Da fängt Jesus an, ihnen irgendwas zu erzählen vom Sauerteig der Pharisäer, und sofort denken sie: Das sagt er jetzt, weil wir das Brot vergessen haben! Kennst du das auch, dass du dich durch eigene Schuld in eine blöde Situation manövriert hast, und dann schlägst du die Bibel auf, und jeder Satz scheint von deinem Fehler zu handeln und einen Vorwurf zu beinhalten? Dabei hat das Gesagte, so wie in diesem Fall hier auch, überhaupt keinen objektiven Zusammenhang damit, und du kannst die wichtigen Dinge, die Gott dir sagen will, gar nicht hören, weil Schuldgefühl und Sorge dich blockieren.

Nun, Jesus merkt, was mit ihnen los ist. Und nun kommt der tröstlichste Tadel, den ich je gehört habe: „Was macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot habt? Ihr Kleingläubigen! Begreift ihr es immer noch nicht? Erinnert ihr euch nicht daran, wie viel Körbe voll Brotstücke ihr eingesammelt habt, als ich die fünf Brote für die Fünftausend austeilte? Und bei den sieben Broten für die Viertausend, wie viel Körbe voll Brocken habt ihr da eingesammelt? Begreift ihr denn immer noch nicht, dass ich nicht vom Brot zu euch geredet habe, als ich euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer warnte?“

Ich höre da heraus: Denkt ihr denn wirklich, weil ihr einen Fehler gemacht habt, werde ich mich nicht mehr um euch kümmern und euch hängenlassen? Kennt ihr mich so wenig? Zweifelt ihr an meiner Macht und Willigkeit, für euch zu sorgen trotz und in eurer Schwachheit, obwohl ihr beides doch erlebt habt? Und nun putzt mal diese Schuld- und Sorgenblockade aus euren Ohren, damit sie frei sind, auf das zu hören, was wirklich wichtig für euch ist.

So vermittelt mir sogar eine Rüge Jesu seine Gnade.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s