Predigt-Nachlese: Wünsche eines Gefangenen

Predigttext: Philipper 4

Wenn Paulus im Gefängnis an seine Freunde in Philippi denkt, dann wird sein Herz warm, und es sprudelt nur so aus ihm heraus: Ihr seid meine geliebte Familie, nach der ich mich sehne, an der ich mich freue, und auf die ich stolz bin, und wenn ich mir was wünsche, dann das: Dass ihr fest steht an der Frontlinie des Glaubenskampfs, dass ihr einer den anderen schützt und keine Lücke zwischen euch entsteht, die der Feind zu seinem Vorteil ausnutzen kann. Er möchte sie gern mit der Waffenrüstung Gottes bekleidet sehen, ausstaffiert mit Christus selbst, seiner Kraft, seiner Wahrheit, seiner Gerechtigkeit, seinem Glauben, seinem Wort und seinem Evangelium.

Er hat etwas gehört, das ihm diesbezüglich Sorgen macht: Es geht um zwei Frauen, die mit in seinem Team gewesen sind, die er beide wertschätzt, und von deren Glauben und Hingabe er überzeugt ist. Sie haben offensichtlich irgendwelche nicht näher beschriebenen Differenzen und schaffen es nicht, sie zu überwinden. Diesen beiden legt er ans Herz, doch wieder zur Gemeinsamkeit im Herrn zu finden. Er bittet einen Bruder (vielleicht jemand, der eine besondere seelsorgerliche Gabe hat?), ihnen dabei beizustehen, denn der Kampf ist schon verloren, wenn die Soldaten der eigenen Seite sich gegenseitig zerfleischen. Wie wichtig ist es da, dass jemand helfend eingreift und nicht Öl ins Feuer gießt durch Geschwätz oder Parteilichkeit und Schadenfreude!

Er wünscht ihnen so von Herzen die Freude und den Frieden, die ihn selber prägen. Danach sollen sie sich ausstrecken. Diese Freude wird mitten in widrigsten Umständen aus zwei Quellen gespeist: Aus der Gewissheit einer wunderbaren Zukunft, wo wir ganz bei Jesus sein werden, und aus der Dankbarkeit für all das Gute, das Gott gegeben hat. Wenn diese Freude unser Leben bestimmt, wird sie zu einer Wurzel, aus der Güte gegen unsere Mitmenschen herauswachsen kann. Und wie kann man in all den Schwierigkeiten der Gegenwart Frieden haben? Indem man seine Sorgen an Gott abgibt. Christen müssen sich nicht beunruhigen über die Dinge dieses Lebens, denn der himmlische Vater weiß, was sie brauchen. In allen Ängsten, die auch über uns kommen, haben wir den Heiligen Geist als Tröster, der uns immer wieder mit Frieden und Vertrauen erfüllt, sodass wir der Aufforderung Jesu nachkommen können: Fürchtet euch nicht!

Schließlich wünscht der Apostel, dass sie (und wir) unsere Seelen mit Gutem füttern. Dreck gibt es genug, den muss man nicht suchen gehen; deswegen: Denkt über das nach, meine Geschwister, was wahr, was anständig und gerecht ist! Richtet eure Gedanken auf das Reine, das Liebenswerte und Bewundernswürdige; auf alles, was Auszeichnung und Lob verdient!

Dass die Philipper schon dabei waren, das zu tun, zeigt unter anderem ihre Fürsorge für Paulus, über die er sich so sehr freut, nicht primär über das Geld, sondern weil er wirklich dadurch Gott in ihrem Leben am Werk sieht. Er weiß, dass sie durch ihre Gebefreudigkeit wieder neue Erfahrungen mit ihrem himmlischen Vater machen werden. Denn Geben führt nicht zum Mangel, sondern zu noch mehr Segen.

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