Predigt-Nachlese: Das Wirkprinzip des neuen Lebens

Der Predigttext für heute war Galater 5,16-25.

Geist und Fleisch, sagt unser heutiger Text, sind einander entgegengesetzt. Wir haben zwei Möglichkeiten, wie wir unser Leben führen: Im Geist oder im Fleisch. Es gibt nichts dazwischen, keine Grauzone, keinen neutralen Boden.

Nun kennen wir das alle nur zu gut, dass wir zwar wollen, was wir als richtig erkennen, aber es nicht schaffen, auch so zu leben, wie Paulus es so anschaulich in Römer 7 beschreibt: Denn was ich vollbringe, billige ich nicht; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus…….das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich.”

Woran liegt das? Wir sind doch Kinder Gottes, wiedergeboren durch den Heiligen Geist! Wenn wir nun durch den Geist leben, so lasst uns auch durch den Geist wandeln!” antwortet uns Paulus. Und wie soll das gehen?

Was man wissen muss: Das neue Leben ist ein anderes Leben. Es funktioniert auf völlig verschiedene Weise.  Wenn wir zum Glauben kommen, wird nicht das alte Leben neu gestartet, die moralische Version in einem neuen Wertesystem sozusagen – sondern wir steigen ein in ein ganz neues Leben, das nicht auf unserer eigenen Kraft und Anstrengung beruht, sondern das der Heilige Geist in uns bewirkt. Das was als Frucht des Geistes beschrieben wird: Liebe, Friede, Freude, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit, sind keine Herausforderungen an unser Fleisch, jetzt alles besser zu machen. Es sind Verheißungen für den Wandel im Geist, Gottes eigene Wesenszüge, die er durch seine eigene Kraft in uns ausgestaltet.

Denn wir können es nicht. Unser Fleisch ist vollkommen kraftlos, Gottes Willen zu tun. Es gehört ans Kreuz. Da hat Gott das Urteil über unsere Leidenschaften und Begierden, das ganze selbstsüchtige Ich-Leben, gesprochen. An uns ist es, das anzuerkennen und darin einzuwilligen, und Gott machen zu lassen, Platz zu machen für ihn.

In der Praxis geschieht das, indem wir die Gemeinschaft mit Gott pflegen. Durch das Lesen der Bibel bekennen wir unseren Mangel: Wir haben keine Weisheit, aber wir suchen sie bei ihm. Wir wollen seine Wege lernen, wir brauchen seine Unterweisung und seine Zusagen. Und durchs Gebet geben wir unsere Hilflosigkeit und Abhängigkeit zu erkennen: Wir können nicht, aber er kann. Wir brauchen ihn, um dieses neue Leben zu leben. Und so wie wir in der Erkenntnis unserer Schwachheit zunehmen und uns Gott überlassen, wächst die Frucht des Geistes in uns.

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