Predigt-Nachlese: Die schlechte und die gute Nachricht

“Evangelium” bedeutet “gute Nachricht”. Aber bevor wir die gute Nachricht zu hören bekommen, müssen wir uns zuerst mit der schlechten auseinandersetzen, und die lautet: Die Seele, welche sündigt, die soll sterben! So lässt es Gott durch Hesekiel ausrichten (Hes. 18,20).

Gott nimmt Sünde außerordentlich ernst. Aber was versteht er darunter? Schauen wir uns seine Definition in 1.Johannes 3,4 an: Die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.

Bei einer tödlichen Krankheit werden zuerst die Befunde erhoben und vorgelegt. Danach kann die Behandlung eingeleitet werden. So müssen auch wir unsere geistliche Gesundheit an den Normalwerten des Standards Gottes messen, an seinen Geboten.

Lieben wir Gott über alle Dinge? Ist er die Nummer 1 in unserem Leben, seine Ehre unsere höchste Priorität? Er ist ein eifersüchtiger Gott, nicht bereit, mit Götzen zu konkurrieren oder mit den falschen Gottesbildern, die unser Hirn sich zusammenspinnt. Ein modernes Götzenbild ist zum Beispiel das eines Gottes, der Liebe ohne Heiligkeit ist, der alles toleriert und sich nach unseren Maßstäben richtet. Auch wenn wir Gottes Namen missbrauchen, kommen wir unter sein Gericht. Mord, Verachtung der Eltern, Ehebruch – diese Dinge hasst Gott, und zwar schon ihre Wurzeln in unseren Herzen. Es ist nicht nötig, dass wir sie ausführen; es ist genug, dass wir in Gedanken mit ihnen spielen und uns heimlich wünschen, wir könnten es tun. Gott ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Auch Stehlen und Lügen fängt nicht erst bei Bankraub und Meineid an, sondern z.B. bei einem illegalen Download und Übertreibungen. Und das neidische Schauen auf das, was ein anderer hat, ist Auflehnung gegen die Zuteilungen Gottes in meinem Leben.

Wenn wir dann unseren geistlichen Befund erhoben haben, stellen wir fest, dass wir zum Tod verurteilt sind, denn keiner von uns ist schuldlos. Und jetzt kommt die gute Nachricht zum Zug: Christus hat am Kreuz unsere Strafe getragen. Wenn wir unser Vertrauen auf seine Stellvertretung setzen, werden wir von Gott gerecht gesprochen, und er gibt uns die Kraft seines Geistes, die uns zu einem neuen Leben befähigt.

Wir haben einen Gott, der die Sünde hasst, und auch wir sollten die Sünde hassen.

Denn du bist nicht ein Gott, dem Gesetzlosigkeit gefällt; wer böse ist, darf nicht bei dir wohnen. Die Prahler bestehen nicht vor deinen Augen; du hasst alle Übeltäter. Psalm 5,5.6

Hasst das Böse und liebt das Gute! Amos 5,15

Die Furcht des Herrn bedeutet, das Böse zu hassen; Stolz und Übermut, den Weg des Bösen und einen verkehrten Mund hasse ich. Sprüche 8,13

Aber dieses hast du, dass du die Werke der Nikolaiten (eine Irrlehre) hasst, die auch ich hasse. Offenbarung 2,6

Aber genauso wahr ist die unwahrscheinliche Liebe Gottes, der für die, die sich gegen ihn aufgelehnt haben, seinen einzigen Sohn gab:

Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Römer 5,8

Wie wir mit ihm das Böse hassen sollen, sollen wir auch wie er unsere Feinde lieben. Und natürlich sollen wir wie er Gerechtigkeit und Barmherzigkeit lieben und die Kinder Gottes, deren Herzen an ihm hängen und die seinen Willen tun wollen.

Und wie können wir das? Das Maß unsrer Liebe hat damit zu tun, ob wir die Schwere unserer eigenen Sünde erkannt haben. Liebe wächst in mir, wenn ich erkenne, wie viel mir vergeben wurde. Wem viel vergeben ist, der liebt viel.

Ich bin Gott so dankbar, dass er nicht toleriert, was unsere Beziehung zerstört, dass er dagegen einen Weg gefunden hat, durch seinen Sohn meine Sünden zu vergeben! Das ist wirklich eine gute Nachricht!

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