Predigt-Nachlese: Die 2. Predigt des Petrus

Predigttext: Apostelgeschichte 3,12-26

Gott hat ein Wunder getan und einen von Geburt an gelähmten Bettler geheilt. Ihm ging es nicht nur ein bisschen besser, nein, er lief und sprang und pries Gott! Wie wir in Hebräer 2,4 lesen, waren solche Wunder  Gottes Art und Weise, das Zeugnis der Apostel zu bestätigen.
Doch Petrus weiß, dass Wunder allein Menschen nicht zur Erkenntnis Gottes bringen. Er nutzt die Situation, dass hier durch dieses Erlebnis aufgewühlte Menschen zusammenströmen, um ihnen die Botschaft zu verkündigen, die sie retten kann. Diese Botschaft hat sich bis heute nicht geändert in Inhalt und Wirkung.

Die Aufmerksamkeit der Leute ist auf Petrus und Johannes gerichtet. Das muss Petrus richtig stellen. Nicht wir haben dieses Wunder bewirkt, sagt er, sondern die Kraft und Autorität von Jesus. Und von Jesus will er reden! Jesus ist immer das Zentrum seiner Botschaft! Er nennt ihn den “Knecht Gottes”, und mit diesem Begriff können seine jüdischen Zuhörer etwas anfangen. Er ist ihnen vertraut aus Jesaja 52 und 53, wo dieser Knecht beschrieben wird als der um unserer Sünden willen von Gott Zerschlagene. Jesus, sagt Petrus, ist der Fürst des Lebens – ihr habt ihn getötet, aber Gott hat ihn wieder auferweckt, und nun hat sich seine Kraft an diesem Mann bewiesen, den ihr alle kennt.

Welch ein Schrecken muss seinen Zuhörern in die Glieder gefahren sein: Jesus lebt tatsächlich!  Der einst so furchtsame Petrus konfrontiert sie kühn mit der bitteren Wahrheit, dass sie Schuld tragen am Tod des “Heiligen und Gerechten”; er kann es ihnen nicht ersparen. Aber er bietet ihnen auch einen Ausweg an. Wie Jesus am Kreuz, der für seine Peiniger bat:”Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!”, so stellt auch Petrus fest: Ihr wusstet nicht, was ihr tatet. Gott will euch durch eben diesen selben Jesus vergeben! Auch wenn es so aussah, dass Gott die Zügel aus der Hand geglitten wären: Er hat aus eurem Bösen Gutes kommen lassen. Durch euer Verbrechen hat er alle seine schon lange vorhergesagten Pläne erfüllt. Wie im Alten Testament für “Mörder aus Versehen” Zufluchtsstädte vorhanden waren, wo sie vor der Blutrache geschützt waren, so bietet auch ihnen Gott jetzt eine Zuflucht an, eine Möglichkeit, seinem Zorn zu entgehen.

Wie nun sieht diese Rettungsmöglichkeit aus (und es ist bis heute dieselbe)? “So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden!” Was für ein Angebot, dass die Sünden ausgetilgt werden sollen! Gott wird jede Anklage fallen lassen; sie werden wieder weiß sein wie ein unbeschriebenes Blatt!

Bekehrung hat zwei Komponenten, eine aktive und eine passive. Unsere Verantwortung ist es, von unseren sündigen Wegen umzukehren zu Christus, unsere Rebellion gegen Gott fallen zu lassen und seine Gnade anzunehmen. Gottes Tun ist es, unsere Herzen zu verändern durch seinen Geist. Er tauscht sozusagen unser hartes Herz aus gegen ein weiches, fügsames, das ihm gegenüber zum Gehorsam geneigt ist. In uns selbst ist keine Kraft zu einem neuen Leben, aber er ist nur allzu bereit, es uns zu schenken.

Petrus spricht hier zu seinen Brüdern aus dem Volk Israel. Jesus ist ihr Messias und der Prophet, von dem schon Moses geredet hat. Auf diesen Propheten sollt ihr hören, hatte Moses gesagt, und wer es nicht tut, der zieht Gericht auf sich herab. Aber Gott will nicht ihre Verdammnis; er ruft sie, er will sie segnen; er will ihnen ihre Schuld abnehmen, und zur vorausbestimmten Zeit wird er ihnen auch ihren Messias wieder senden und sein Reich tatsächlich aufrichten. Aber wenn auch seine Volksgenossen die ersten sind, die diese Botschaft hören müssen – sie gilt allen Menschen, auch uns. Gott bietet uns Vergebung an; er will uns von unseren Sünden abwenden. Er hat für uns ein Leben bereit, wo unser Glück und Lebenssinn und seine Ehre zu einer wunderbaren Verschmelzung kommen:

“Auch euch hat er mit Christus lebendig gemacht, obwohl ihr durch eure Sünden und Verfehlungen tot wart. Darin habt ihr früher gelebt, abhängig vom Zeitgeist der Welt, abhängig von der Geistesmacht, die in der Luft herrscht und jetzt noch in den Menschen wirksam ist, die Gott nicht gehorchen wollen. Zu ihnen haben wir früher auch gehört und wurden wie sie von unseren eigenen Begierden beherrscht. Wir lebten unsere Triebe und Ideen aus und waren genauso wie die anderen von unserem Wesen her dem Zorn Gottes ausgeliefert.  Aber Gott ist reich an Erbarmen und hat uns seine ganze große Liebe geschenkt und uns mit dem Messias lebendig gemacht – ja, auch uns, die aufgrund ihrer Verfehlungen für ihn tot waren. Bedenkt: Aus reiner Gnade seid ihr gerettet! Er hat uns mit Jesus Christus auferweckt und uns mit ihm einen Platz in der Himmelswelt gegeben, damit er auch in den kommenden Zeitaltern den unendlichen Reichtum seiner Gnade und Güte in Jesus Christus an uns deutlich machen kann. Denn durch die Gnade seid ihr gerettet worden aufgrund des Glaubens. Dazu habt ihr selbst nichts getan, es ist Gottes Geschenk und nicht euer eigenes Werk. Denn niemand soll sich etwas auf seine guten Taten einbilden können. In Jesus Christus sind wir Gottes Meisterstück. Er hat uns geschaffen, dass wir gute Werke tun, gute Taten, die er für uns vorbereitet hat, damit wir sie in unserem Leben ausführen.” Epheser 2,1-10

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