Mit Jesus im Sturm

Der Tag war stressig gewesen, immer Leute um einen herum, und jeder will was. Alle sind froh, als Jesus beschließt, endlich Feierabend zu machen. Er verabschiedet die Menschenmenge, und dann wollen sie, wie schon so oft, einfach über den See setzen und irgendwo ins Bett fallen. Jesus schläft sogar auf dem nächstbesten Kissen sofort ein.
Und dann bricht der Sturm los. Es ist nun wirklich nicht der erste Sturm ihres Lebens. Die Männer sind Fischer, und Stürme sind keine Seltenheit. Sie kennen das und wissen, was sie zu tun haben. Doch diesmal ist es anders. Dieser Sturm ist mächtiger als sie. So etwas haben sie noch nicht erlebt! Das Boot läuft voll – obwohl sie schöpfen und schöpfen kommen sie nicht dagegen an. Das geht schief! Angst überwältigt sie! Und Jesus? Schläft! Er kriegt das Ganze noch nicht einmal mit. Seinen wohlverdienten Schlaf in Ehren, aber das geht zu weit! Sie wecken ihn: Lehrer! Kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?
”Kümmert es dich nicht?” Das ist definitiv die schmerzlichste Frage, die ein Mensch Gott stellen kann. Gott, bin ich dir egal? Ich kämpfe, ich leide, ich komm nicht mehr klar – und du? Schläfst!
Es ist nicht so ganz klar, was sie sich von ihm erhoffen. Soll er jetzt mit anpacken und auch einen Eimer nehmen und Wasser aus dem Boot befördern, oder soll er seine spezielle Leitung nach oben benutzen und Gott um Hilfe bitten? Was immer sie erwarten – er tut etwas anderes. Er spricht mit dem Wind. Er schnauzt ihn sozusagen an: Ruhe jetzt! Und der Wind gehorcht, denn es ist sein Wind.

Zu seinen Jüngern gewandt, fragt er: Wo ist euer Glaube? Ja, der Wind und der aufgewühlte See, sie sind kein blindes und furchtbares Schicksal gewesen, das aus dem Nichts über sie hereingebrochen ist. Sein Wind und sein See sind es, von Gott gesandt und bestimmt, ihnen ihre Grenzen und seine Herrlichkeit bewusst zu machen. Sie wären nicht untergegangen mit ihm an Bord.

Manchmal macht man Erfahrungen, von denen man sagen würde: Das braucht kein Mensch. Darauf hätte ich gerne verzichtet, auf den Kampf gegen das Wasser, die Hilflosigkeit, die Erschöpfung, das schmerzliche Bewusstsein meiner Grenzen, die Todesangst. Aber wenn ich IHN danach besser kenne als vorher, wenn mein Vertrauen in ihn dadurch wächst – dann werden Stürme zum Ausgangspunkt tieferer Vertrautheit und ehrfürchtigerer Anbetung.

Die Geschichte wird in der Bibel bei Matthäus, Markus und Lukas erzählt.

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