Predigt-Nachlese: Mund halten geht nicht!

Predigttext: Apostelgeschichte 4,13-34

Petrus und Johannes wurden gegen Abend verhaftet, verbrachten die Nacht in Gewahrsam und werden am nächsten Tag vor dem Hohepriester und der ganzen religiösen Prominenz verhört. Erfüllt mit dem Heiligen Geist, konfrontiert Petrus sie mit ihrer Sünde: Sie haben Jesus gekreuzigt, aber Gott hat ihn auferweckt, und wenn sie umkehren wollen, bietet Gott ihnen durch eben diesen Jesus das Heil an. Einen anderen Weg gibt es nicht – für sie nicht und für niemand!

Es ist der Geist Gottes, der Petrus so furchtlos macht. Es kümmert ihn nicht, dass er durch seine Worte möglicherweise sein eigenes Todesurteil unterschreibt. Die Wahrheit muss gesagt werden!

Die Wahrheit ist auch offensichtlich, denn hier dabei steht ein Mensch, von dem jeder weiß, dass er 40 Jahre lang gelähmt war, und der jetzt durch Jesus geheilt ist. Aber die Angst vor dem Licht Gottes (”Wer Böses tut, scheut das Licht. Er kommt nicht ans Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden“) lässt sie diese Offensichtlichkeit ignorieren. Ihr einziges Problem ist, wie sie diese Störenfriede zum Schweigen bringen, und so verbieten sie ihnen einfach, weiter von Jesus zu reden.

Aber da sind sie an die Falschen geraten. Nun sagt doch mal selbst, sagt Petrus, wäre das richtig, wenn wir auf euch mehr hören als auf Gott? Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen! Wir können gar nicht schweigen von dem, was wir gesehen und gehört haben, egal, was passiert! Wir werden um jeden Preis unseren Auftrag ausführen.

Für den Augenblick sind ihre Gegner hilflos, auch weil wegen des Wunders die Volksgunst auf Seiten der Apostel ist. Sie entlassen sie, aber das heißt nicht, dass sie aufgeben! Petrus und Johannes aber gehen zu ihren Brüdern und Schwestern. Sie brauchen die Gemeinschaft. Nie ist die Einheit des Geistes wichtiger als in Zeiten der Verfolgung. Die Feindseligkeit von außen treibt das Volk Gottes nur näher zusammen und einigt sie in der Hingabe an ihren Herrn.

Sie erstatten den Ihren erst einmal Bericht. Und dann? Veranstalten sie eine Mitleids-Party und jammern und klagen? Nein, sie wenden sich im Gebet an Gott und preisen ihn! Denn sie wissen: Er ist absolut souverän. So wie er trotz und mit der Bosheit der Menschen durch den Tod Jesu seine Erlösungspläne durchgeführt hat, so ist ihm auch jetzt nichts aus dem Ruder gelaufen. Deshalb sind sie nicht frustriert und eingeschüchtert, und sie bitten auch nicht um Rache oder dass die Verfolgung aufhört, sondern dass Gott sie noch mehr mit Mut und Kühnheit erfüllt, damit sie weitermachen können, und dass er selbst sich beweist durch Zeichen und Wunder zur Bestätigung. Lass wahr werden, Herr, was du gesagt hast: Dass wir mit dem Geist erfüllt werden, und dass wir deine Zeugen sind!

Das ist ein Gebet, auf das Gott antwortet!

So wie sie können wir unserem Gott in allen Umständen unseres Lebens vertrauen, und seien sie noch so schwierig. Wir haben sein Wort, dass wir Probleme, Bedrängnisse und Ablehnung erleben müssen, aber auch, dass er uns nie verlassen wird. Es ist Gottes Muster, dass er aus den bösen Plänen der Menschen etwas Gutes wachsen lässt (s. die Josefsgeschichte). Bis das sichtbar wird, dauert es aber, manchmal ein Leben lang. Deshalb sollen wir wie Jesus unsere Augen fest auf die vor uns liegende ewige Freude richten.

Fast alle Apostel starben durch Hinrichtung, und wie sie werden auch heute viele Christen in aller Welt getötet und verfolgt. Aber dadurch wächst das Reich Gottes. Gott hat das letzte Wort, und am Ende wird alles Freude und Herrlichkeit sein.

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