Predigt-Nachlese: Doppelte Gebetserhörung

Die Geschichte von der Ankündigung der Geburt des Johannes hat uns diesen 2. Advent wieder beschäftigt wie auch letztes Jahr. Ein Punkt aber hat mich persönlich heute besonders bewegt und angesprochen, und das ist die doppelte Gebetserhörung, die Zacharias und Elisabeth erlebten.

Dieses Ehepaar – beide sind priesterlicher Abstammung- gehörte zu den Treuen in Israel, die Gott nicht nur äußerlich dienten. Ihre Frömmigkeit war echt und wurzeltief, und ihr Herz suchte alle Hilfe bei  Gott. Die Not, die sie in ihrem Leben empfanden, war zwiefältig: Das eine war die allgemeine Not Israels, die Bedrückung durch Fremdherrschaft seit Jahrhunderten, der geistliche Niedergang, das Schweigen Gottes…… und das andere war ihre persönliche Not, dass ihnen ein Nachkomme versagt geblieben war trotz allen Bittens und Flehens. Vor allem für Elisabeth war das nicht nur Traurigkeit, sondern Schande und Versagen und der ständige stille Vorwurf ihrer Umgebung, dass mit ihr auch in Gottes Augen etwas nicht stimmen könne.

Was die beiden nicht ahnen konnten: Gott hatte einen Plan, ihr persönliches Anliegen mit dem Erscheinen des Messias zu “koordinieren”. Er ließ sie auf ihren Sohn warten, bis es Zeit war für den anderen Sohn, den Maria gebären sollte. Ihr Johannes sollte dessen Wegbereiter sein.

Und so begegnet der Engel Gabriel dem Zacharias im Tempel an diesem sowieso außerordentlichsten Tag seines Lebens, wo ihm durchs Los die seltene Gnade zuteil wurde, das Räucherwerk vor Gott darzubringen, das das kollektive Gebet um den “Trost Israels” zu Gott aufsteigen ließ, und kündigt ihm einen Sohn an, nicht irgendeinen – ja, das wäre ihm schon genug gewesen!- sondern einen ganz besonderen, der ihm große Freude machen wird, weil er vor dem Messias hergehen wird! Diese überwältigende Nachricht ist erst mal zu viel für den Glauben des Zacharias!

Und ich stehe einmal mehr staunend vor dem Handeln eines souveränen Gottes! Nur er ist in der Lage, so etwas zu tun! Wir denken manchmal, er hört uns nicht, wenn wir lange gebetet haben und nichts geschieht. Dabei hat er Größeres vor, “über Bitten und Verstehen”.

So erfüllt sich der doppelte Wunsch dieser beiden, und Zacharias jubelt, erfüllt vom Heiligen Geist:

Wir wurden vor unseren Feinden gerettet, damit wir Gott an jedem einzelnen Tag unseres Lebens ohne Furcht dienen können in Heiligkeit und Gerechtigkeit. Und du, mein Kind, wirst Prophet des Allerhöchsten genannt werden, weil du dem Herrn den Weg ebnen wirst. Du wirst seinem Volk verkünden, wie es Rettung finden kann durch die Vergebung seiner Sünden.  Durch die Güte und Barmherzigkeit Gottes wird nun das Licht des Himmels uns besuchen, um die zu erleuchten, die in der Dunkelheit und im Schatten des Todes sitzen, und um uns auf den Weg des Friedens zu leiten.”

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