Genau die Richtigen

Gestern Abend haben wir uns in unserem Frauenkreis über die Weihnachtsgeschichte ausgetauscht. “Ich habe die letzte Zeit über David gelesen,” bemerkte eine junge Frau, “der hatte ja echt ein Problem mit Frauen. Aber Josef war so ein richtig anständiger Mann, der sich dran gehalten hat, dass er Maria nicht anrühren sollte, bis Jesus geboren war.” Ja, tatsächlich! Ob es Josef leicht oder schwer fiel, wissen wir nicht, aber er war offensichtlich der Richtige für diese Lebenssituation. Auf eine ganz andere Weise als David war auch er ein Mann nach dem Herzen Gottes. Er hatte ein weiches und demütiges und besonnenes Herz – als er noch davon ausgehen musste, dass Maria ihn betrogen hatte, kam es bei ihm zu keinen überschießenden Reaktionen gekränkter Ehre; er suchte nicht nach Rache, sondern nach einem Weg, wie sie beide mit so wenig Verletzungen wie möglich aus der Sache rauskämen. Dass er nicht gleich Amok lief, gab ihm Zeit, auf das Reden Gottes zu hören. Und dann konnte er sich durchaus identifizieren mit seiner Vaterschaft für dieses Kind: Er schützte es, er ernährte es, er hatte Angst um es, als es bedroht war oder ihm auf der Heimreise von Jerusalem abhanden kam. Er spielt keine besonders herausragende Rolle in den biblischen Erzählungen, aber er ist für diesen seinen Part außerordentlich gut geeignet. Gott hat ihn dafür ausgesucht, seinen Charakter geformt, ihm jede nötige Anleitung gegeben.

Auch Maria ist eher unauffällig, aber Gott hingegeben. Was sie besonders qualifiziert:  Sie kann zuhören und den Mund halten und etwas annehmen. Nicht etwa, dass sie nicht  reden könnte! Wenn es darum geht, Gott für seine Gnade zu preisen, dann strömt es nur so aus ihr heraus! Aber wenn sie etwas nicht versteht, dann argumentiert und diskutiert sie nicht. Sie hat ein Herz, in dem Gottes Wort Raum findet. Sie bewahrt es tief in sich drin, im Vertrauen, dass Gott es ihr eines Tages aufschlüsseln wird. Niemand, der immer alles verstehen und die Kontrolle behalten muss, hätte die Mutter Jesu sein können.

Sie waren keine besonderen Leute, aber sie waren genau die Richtigen. Was sie zu tun hatten, war nicht Aufsehen erregend, aber unumgänglich nötig. Sie waren auch keine Märtyrer, aber sie opferten ihr Leben dem Dienst Gottes und waren bereit, jeden Preis dafür zu zahlen. Darin sind sie uns ein ganz großes Vorbild.

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