Was bleibt?

Ich habe ein paar Tage Urlaub bei der Familie meiner Tochter gemacht. Mein Schwiegersohn arbeitet in der Altenpflege und gibt immer gerne Geschichten aus dem Alltag mit seinen Senioren zum Besten. Und neben vielem Amüsanten rücken einem dadurch die harten Tatsachen, dass man selber alt wird, und was das so mit sich bringen kann, ganz schön auf die Pelle.

Abends lag ich im Bett des kleinen Gästezimmers, schaute mich um und dachte: Das wird es vielleicht eines Tages sein- ein Bett, ein Schrank. Irgendwann ist all der Krempel, der mir jetzt so unabdingbar scheint, überflüssig, und es langt eine Windel und ein Hemd. Und was dann? Was bleibt, wenn nichts bleibt?

Es ist gut, darüber einmal nachzudenken. Was bleibt, wenn man nichts mehr hat und braucht? Was bleibt, wenn man rausgerissen wird aus den Beziehungen, die einem so viel bedeuten, weil man nicht mehr teilhaben kann am normalen Leben? Was bleibt, wenn man nicht mehr über seine Kraft verfügt? Wenn man nichts mehr leisten kann? Wenn man nichts mehr zu geben hat? Über was definiert man sich dann?

In einem alten Lied heißt es: “Hab ich doch/ Christus noch…” Gnade durch Jesus – das bleibt. Jesus ist mein Anker in der Ewigkeit. Er verrottet nicht, er kann mir nicht gestohlen werden, er kann nicht abreißen. Er schert sich nicht um Schwachheit und Demenz. Er bietet mir die Hand an, der mich nichts je entreißen kann. Aber ich muss mich ihm heute anvertrauen, so lange ich das noch kann. Und wenn ich für ihn leben und in die Ewigkeit investieren will, muss ich das auch heute tun. Morgen kann es zu spät sein.

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