Der falsche Kampf

Es macht mich manchmal traurig, wenn Christen sich in den “Kampf gegen Fleisch und Blut” hineinziehen lassen. Es ist gut und richtig, die Sünde zu hassen. Gott hasst die Sünde, weil er die Menschen liebt, und weil Sünde uns ihm entfremdet. Manchmal habe ich aber das Gefühl, wir kämpfen nicht für, sondern gegen Menschen.

Das passiert, wenn wir nach Macht streben, weil wir denken, wir könnten so Gottes Ziele in dieser Welt durchsetzen. Wir wollen Stimmen sammeln; wir wollen auch eine Lobby. Aber so ist das Reich Gottes noch nie gebaut worden. Und dann greifen wir zu den Waffen dieser Welt: Wir greifen Politiker in entwürdigender Weise als Person an, wir reden von “Homos”, wir diffamieren und erniedrigen mit unseren Worten (und übernehmen, ganz nebenbei, das Feindbild, das die andere Seite uns zugedacht hat). So gewinnen wir vielleicht einen Machtkampf, aber niemandes Herz. Wir schließen lediglich Türen zu. Und nicht selten verbünden wir uns mit den Falschen, nur weil die auf den ersten Blick das selbe Ziel verfolgen. Als ich einmal dem “Anti-Abtreibungs-Video” auf einem großen christlichen Blog folgte, merkte ich, dass es von einer Nazi-Seite stammte. Den Erstellern ging es hauptsächlich darum, dass mehr deutsche Kinder das Licht der Welt erblicken!

Wir predigen nicht Moral, sondern Erlösung. Ich möchte hier noch mal jedem, der des Englischen mächtig ist, das Buch von Rosaria Butterfield empfehlen. Sie beschreibt sehr gut, wie abstoßend die selbstgerechten politischen “christlichen” Rechten auf sie gewirkt haben und wie anziehend Gnade, Liebe und die kompromisslose Wahrheit des Wortes Gottes in einer fairen und respektvollen Auseinandersetzung!

Wir kämpfen mit den Mächten der Finsternis, und das geht nicht durch Stimmenmehrheit, Lautstärke und Lobbyismus, sondern durch Gottes Wort und Geist und durchs Gebet. Das tun wir alle, auch ich, viel zu wenig. Aber das ist der Kampf, den ich kämpfen möchte, und seine Triebkraft ist die Liebe Gottes zu den Menschen.

“Zuallererst fordere ich die Gemeinde zum Gebet für alle Menschen auf: zum Bitten und Flehen, zu Fürbitten und Danksagungen, besonders für die Regierenden, und alle, die Macht haben. Wir beten für sie, damit wir in Ruhe und Frieden ein Leben führen können, das Gott in jeder Hinsicht ehrt und das auch von Menschen geachtet werden kann. Das ist gut, und es gefällt Gott, unserem Retter. Er will ja, dass alle Menschen gerettet werden und die Wahrheit erkennen. “ 1.Timotheus 2,1-4

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