Predigt-Nachlese: Echter und falscher Glaube – was ist der Unterschied?

Predigttext: Apostelgeschichte 8,9-25

Ein kleiner Rückblick: Nach der Steinigung von Stephanus entsteht eine heftige Christenverfolgung, so dass die Gläubigen zum großen Teil gezwungen sind, Jerusalem zu verlassen (die Apostel bleiben allerdings dort). Überall  wo sie hinkommen, verkündigen sie die gute Botschaft. Philippus, der in Jerusalem einer der Diakone gewesen war, kommt nach Samaria und predigt dort. Menschen werden geheilt, Dämonen werden ausgetrieben, und viele glauben an das, was Philippus ihnen verkündigt. Die Stadt wird erfüllt von der Freude, die die Vergebung der Sünde begleitet.

Die Gemeinde Jesu explodiert förmlich – aber wie Jesus vorausgesagt hat, sprosst das erste Unkraut zwischen dem Weizen auf.

Wo das Evangelium verkündigt wird, erzwingt es Entscheidungen. Da gibt es die, die es annehmen, die im Licht Gottes erkennen, dass sie völlig verloren sind und Gottes Vergebung annehmen, und deren Herz durch den Heiligen Geist verändert wird. Dann finden sich solche, die es offen und feindselig ablehnen. Aber oft gibt es noch eine 3. Gruppe, religiöse Menschen, die Jesus “noch dazunehmen”, ohne ihren Stolz und ihre Selbstgerechtigkeit aufzugeben, die einfach einen frommen Mantel darüberziehen. Sie glauben auch, aber dieser Glaube rettet sie nicht.

Ein solcher Mann war Simon. Im synkretistischen Mischvolk der Samariter genoss er großes Ansehen durch Zauberei. Die Leute verehrten ihn als “die große Kraft Gottes”. Er war eine beeindruckende und einflussreiche Persönlichkeit.

Nun hörten diese Leute das Evangelium und kamen zum Glauben und ließen sich taufen. Und auch Simon schwamm mit auf dieser Welle. Er war beeindruckt, wurde getauft und hielt sich zu Philippus. Die Frage, die ihn dabei bewegte, war: Was kann ich aus dieser neuen Religion für mich rausholen? Wie kann ich damit meine Macht und meinen Einfluss erweitern? Was bringt sie meinem Portemonnaie? (Falls nun zufällig jemand lebende Beispiele in dieser Kategorie der Motive einfallen: die gibt es. Wir müssen uns vor ihrem Wohlstandsevangelium genauso hüten wie vor den Abgründen unseres eigenen Herzens.)

Da er die Finsternis in sich nicht erkannte und niemals Buße darüber getan hatte, dass er sein Leben lang eine Lüge über sich selbst gelebt hatte, führten ihn die Wunder, die er bei Philippus sah, auf eine falsche Fährte. Er dachte: Dieser Mann kennt die Tricks, die mir in meiner Kiste noch fehlen. Wie komm ich da dran? – Er hielt Philippus für einen Kollegen.

Als schließlich Petrus und Johannes aus Jerusalem kamen, um für die neuen Gläubigen zu beten, dass sie den Heiligen Geist empfingen (und dadurch die Bestätigung Gottes, dass nicht nur Juden, sondern auch Samariter in das neue Volk Gottes aufgenommen wurden), war er völlig fasziniert und machte ihnen ein Angebot: Verkauft mir diese Macht, die ihr habt! Was wollt ihr dafür haben?

Ach, er wusste nicht, dass Gott nichts verkauft! Wir haben auch nichts, was Gott gebrauchen könnte! Wir sind im Gegenteil aus seiner Sicht so bankrott, wie man nur sein kann, und können noch nicht mal unsere Schulden bezahlen und seinen gerechten Forderungen Genüge tun! Aber Gott schenkt aus freien Stücken, allerdings nur in leere Hände. Und dass er leere Hände hatte, das war Simon leider nicht klar.

Wie bei ihm, so ist bei jedem von uns, der Stolz, die Einbildung, wir hätten Gott was zu bringen oder könnten ihn irgendwie beeindrucken mit unseren jämmerlichen Werken, das größte Hindernis, seine Gnade als Geschenk zu empfangen.

Petrus reagiert entsprechend: „Zur Hölle mit dir und deinem Geld!Glaubst du wirklich, du kannst die Gabe Gottes kaufen? Nein, du hast keinen Anteil daran und kein Recht darauf, denn du bist nicht aufrichtig vor Gott! Ändere deine Einstellung, wende dich von deiner Bosheit ab und bete zum Herrn. Vielleicht vergibt er dir deine bösen Absichten. Ich sehe ja, dass deine Gedanken völlig vergiftet sind und du im Bösen verstrickt bist.“

Ziemlich lahm antwortet ihm Simon: “Betet ihr für mich!” Aber Buße kann niemand stellvertretend für einen anderen tun. Nach der außerbiblischen Überlieferung verfolgte Simon seinen Weg weiter und wurde ein Begründer der synkretistischen Irrlehre der Gnosis.

Während Philippus von Gott an einen anderen Dienstplatz versetzt wurde, predigten die beiden Apostel auf dem Rückweg nach Jerusalem in vielen samaritischen Dörfern das Evangelium.

Simon ist für uns eine Warnung. Glaube und Glaube können zwei grundverschiedene Dinge sein. Der echte Glaube ist ein Werk Gottes. Wir können ihn nicht machen. Wir können nichts dafür tun. Wir können nur dem Spiegel, den sein Wort uns vorhält, recht geben und  zustimmen, dass wir durch und durch verdorben und verloren sind. Dann verspricht er uns: Ich werde euch reinigen, ich werde euch einen neuen Geist geben, ich werde euer Herz erneuern, dass ihr meinen Willen gerne tut.

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