Predigt-Nachlese: Die “Arbeitsweise” Gottes

Predigttext: Apostelgeschichte 8, 26-40

Als Gott Abraham als Stammvater Israels auswählte, hatte er schon beschlossen: Durch ihn sollen alle Völker der Erde Segen empfangen. Israel sollte der Kanal  der Erlösung für alle Völker werden. Im vorigen Abschnitt haben wir gesehen, wie das Evangelium in Samarien angenommen wurde, und nun wird der erste Heide zu Christus kommen (“Heide” bezeichnet in der Bibel alle Völker außerhalb Israels und seiner besonderen Beziehung zu Gott).

Philippus, der gerade in Samaria eine reiche Ernte für das Reich Gottes einfährt, lässt sich von Gott von dort wegrufen in die Wüste. Er hält nicht fest an “seiner” erfolgreichen Arbeit, sondern ist bereit für jeden Auftrag, den Gott ihm gibt, auch wenn er keine Ahnung hat, was dabei herauskommen soll. Ohne Fragen und Diskussionen ist er für seinen Herrn verfügbar.

Dort, wo er hingeschickt wird, findet er einen Mann, dessen Herz von Gott vorbereitet ist. Der souveräne Gott hat durch seinen heiligen Geist in ihm das Verlangen nach der Wahrheit geweckt. Obwohl er Position, Einfluss und Reichtum hat, kann das alles die Leere seines Herzens nicht übertönen. Schon seit längerer Zeit ist er auf der Suche und auch schon konkrete Schritte gegangen: Er hat dem Götzenkult seines Heimatlandes abgeschworen und sich dem Gott Israels zugewendet. “Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, werde ich mich von euch finden lassen,”  hat Gott versprochen, und das gilt auch diesem Mann. Auch äußerlich hat er einen weiten Weg zurückgelegt von Äthiopien nach Jerusalem, und jetzt ist er auf der Heimreise und hat doch noch nicht wirklich gefunden, wonach das Vakuum in seiner Seele schreit. Er ist bereit, dem Gesetz des Gottes Israels zu gehorchen, aber Frieden und Leben fehlen ihm trotzdem.

Er ist jedoch schon an der richtigen Quelle. Er sitzt auf seinem Wagen, und liest den Propheten Jesaja. Und der Geist Gottes sagt zu Philippus: „Lauf hin und folge diesem Wagen!“ Und Philippus läuft hin und hört ihn halblaut lesen. Er erkennt jetzt, dass Gott hier an der Arbeit ist, und wie seine Mitwirkung aussehen wird. “Verstehst du denn, was du liest?”  fragt er.

Dieser hochstehende gebildete Staatsmann hat ein demütiges Herz. Er ist bereit, vor diesem Fremden zuzugeben, dass er nicht weiterkommt und Hilfe braucht. Philippus darf zu ihm auf den Wagen auf- und in Gottes Werk einsteigen und ihm Jesus zeigen. Zu den religiösen Führern musste Jesus sagen: “Ihr forscht in der Schrift, weil ihr meint, in ihr das ewige Leben zu finden, doch sie spricht ja gerade von mir. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, wo ihr das Leben erhalten würdet.”  Aber hier ist jemand, der nur zu gerne seinen Retter kennenlernen will. Und Gott ist gut und gerecht, darum belehrt er die Sünder. Die Gebeugten führt er in seinem Recht und lehrt sie seinen Weg zu erkennen. (Psalm 25,8.9) Der heilige Geist, durch den der Vater ihn zum Sohn gezogen hat, und der geistlich Tote, die selbst nichts für sich tun können, zum Leben erweckt, schenkt ihm die neue Geburt.

Genau zur rechten Zeit findet sich auf dieser Wüstenstrecke Wasser, und nichts hindert ihn mehr, in der Taufe ein öffentliches Bekenntnis zu seinem neuen Herrn abzulegen. Dann versetzt Gott Philippus zu neuen Aufgaben. Aber das schmälert die Freude des Äthiopiers nicht. Er hat die Vergebung Gottes gefunden, und der Heilige Geist zieht mit ihm. Er wird seinem Volk die gute Botschaft verkündigen.

Fazit: 3 Dinge gehören dazu, dass ein Mensch zum rettenden Glauben kommt:

  1. Gott bereitet sein Herz vor.
  2. Das Evangelium wird ihm erklärt.
  3. Er antwortet darauf mit Umkehr und Glauben.

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