Predigt-Nachlese: Gestorben, um zu leben

“Wir sind frei vom Gesetz,” sagen die Liberalen ,”wir können tun und lassen, was wir wollen, und die Gnade ist uns sicher.” “Von wegen,” sagen die Konservativen, “Jesus hat gesagt, dass am Gesetz kein Abstrich gemacht werden darf! Er ist gekommen, um das Gesetz zu erfüllen! So leicht können wir es uns nicht machen.”

Wer hat nun recht?

Alle Christen sind sich eigentlich einig, dass wir Sünder sind und das Gesetz Gottes nicht halten können. Deswegen ist Jesus gestorben. Wir kommen zu ihm und bitten um Vergebung. Aber dann – wie geht es weiter? Müssen wir uns danach nicht anstrengen, jetzt besser zu leben?

Das Gesetz des Alten Testamentes ist Gottes gerechtes, unwiderrufliches Gesetz. Es hat eine Hauptfunktion: Uns zu zeigen, dass wir Sünder sind, die den Maßstäben und Forderungen Gottes nie gerecht werden können. Es spricht uns das Todesurteil.

Jesus hat das Gesetz bestätigt und erfüllt bis zu diesem bitteren Ende: Unser Todesurteil ist an ihm vollstreckt worden.

Hat das Gesetz nach dem Todesurteil noch eine Funktion? Nein! Da ist niemand mehr, den es verurteilen könnte! Paulus sagt: Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben…..ich bin mit Christus gekreuzigt. Im Römerbrief erklärt er es am Beispiel einer verheirateten Frau: So lange der Mann lebt, ist sie an ihn gebunden. Wenn er gestorben ist, kann sie heiraten, wen sie will. Das Gesetz und wir haben keine Beziehung mehr zueinander. Wir sind jetzt frei, eine neue Verbindung einzugehen! Wir gehören jetzt Jesus, damit wir für Gott Frucht bringen.

Nachdem nun unser Gott-loses, ichsüchtiges Leben (in biblischer Terminologie der alte Mensch oder das Fleisch mit seinen Begierden und Lüsten) am Kreuz hingerichtet ist, gibt Gott uns seinen Geist für ein neues Leben. So wie der Tod Jesu unser Tod war, so wird jetzt sein Leben unser Leben. Jesus wird also kein “Zubehör” in unserem Leben, sondern der, von dem alles ausgeht und der alles bestimmt. In der Praxis unseres Lebens ist das zuerst eine Grundentscheidung und dann ein wachstümlicher Prozess: Immer weniger Ich und immer mehr Er.

Dabei besteht immer die Gefahr, vor der uns der Galaterbrief warnen will: Dass wir vergessen, dass sowohl unsere Errettung als auch unsere Heiligung nicht unser Werk sind. Wir können Gott nichts bringen; wir sind immer auf der Empfängerseite und zu 100% auf den Tod Jesu für uns und sein Leben in uns angewiesen.

Der Predigttext war Galater 2,193,5

andere relevante Bibelstellen Römer Kapitel 6, 7 und 8

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