Stille Zeit-Tipps (2): Sich satt essen

Mein Herz hungert nach Freude. Deins auch? Ich brauche aber nicht die Art sündenverseuchte Freude, die mir wieder hochkommt. Ich brauche Freude, die mich wirklich satt macht.

Georg Müller, der Waisenvater von Bristol, verriet mit 77 Jahren das Geheimnis seiner unverminderten Freude und Zufriedenheit: “Das erste und vorrangige Ziel jeden Tages war es, dafür zu sorgen, dass meine Seele glücklich und gesättigt in Gott war…. Was ist die Nahrung für den inneren Menschen? Nicht Gebet, sondern das Wort Gottes; und […] nicht nur das bloße Lesen des Wortes Gottes, das wie Wasser in einem Rohr unseren Verstand durchfließt, sondern, dass wir das Gelesene auf uns beziehen, darüber nachsinnen und es auf unsere Herzen anwenden.”

David sagt in Psalm 63,5: Wie bei einem Fest machst du mich satt und froh. Ein schönes Bild, man sieht förmlich, wie er sich den Bauch streicht: Das war jetzt wieder mal gut! Satt, zufrieden, gut gelaunt. Das hält jetzt bis zum nächsten Mal!

Aber, wie Georg Müller sagt, da kommen wir nicht hin, wenn wir uns nur mit dem Verstand Gottes Wort nähern. Wir wollen keinen dicken Kopf, sondern ein sattes Herz. Dazu müssen wir sozusagen die Nährstoffe aus dem extrahieren, was wir lesen. Und was ist dieser Nährstoff? Die Gnade Gottes, die uns in der Person Jesu begegnet: Mach uns schon am Morgen mit deiner Gnade satt, dann sind unsere Tage von Freude und Jubel erfüllt. (Psalm 90,14)

Ich will kein Bibellese-Pensum “absolvieren” (auch wenn ich sehr fürs fortlaufende Lesen der ganzen Bibel plädiere), sondern Christus in seinem Wort begegnen. Die ganze Bibel spricht von ihm! Wenn man sich noch nicht so richtig in der Bibel auskennt, kann ein guter Kommentar helfen, den Text ins große Ganze einzuordnen. Ich habe mein Glaubensleben damit begonnen, Mackintoshs Betrachtungen zu den 5 Büchern Mose zu lesen und habe dabei Schätze gesammelt, die ich heute noch verwerte. Man findet auch online gute Bibelkommentare und Predigten zu fast allen Büchern der Bibel. Wer Englisch kann, wird auch hier oder hier fündig.

Das Wichtigste ist aber, mit dem Autor selbst über den Text ins Gespräch zu kommen. Wie oft kommt mir ein Text trocken oder unverständlich vor – wenn ich dann aber

  • Gott frage, was er mir damit sagen will,
  • noch mal lese,
  • Parallelstellen nachschlage,
  • nachdenke, wie es zu allem anderen passt, was ich aus der Heiligen Schrift kenne,
  • beschließe, erst mal auf das einzugehen, was ich verstehe,
  • vielleicht eine Sünde bekenne, die meinem Verständnis im Weg steht,

auf jeden Fall mit dem Wort Gottes interagiere, dann macht es auf einmal “Click”! Natürlich brauchen manche Fragen Jahre, bis ich für die Antworten bereit bin, und diese Sachen lege ich erst mal beiseite wie die Gräten beim Fisch, aber ich will nicht weggehen, bis ich genug “Fleisch” gefunden habe, damit meine Seele für heute satt ist.

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