Predigt-Nachlese: Der Messias muss leiden

Heute feiern wir “Palmsonntag” in Erinnerung an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem, der uns in Lukas 19 beschrieben wird. Er fand statt am 10. Nissan, dem Tag, an dem die Lämmer für das Passafest ausgewählt wurden. Jesus, das Lamm, das Gott vor Grundlegung der Welt ausgewählt hat, wird hier von einer begeisterten Volksmenge als Messias bestätigt. Es sind Menschen, die ihn kennengelernt haben als den, der ihre Krankheiten heilte und ihre Sünden vergab, der sogar Macht über den Tod hatte – die Nachricht von der Auferstehung des Lazarus hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Die sowieso emotional aufgeladene Stimmung vor dem Passafest, wo Pilger aus aller Welt die “Stufenpsalmen” singend in Jerusalem eintrafen, jeder Haushalt Gäste hatte, die Stadt berstend voll war, die Frühlingsluft schwirrte von Neuigkeiten und Gerüchen und  Erwartungen, bot ein ideales Setting, um alle Hoffnungen auf die Person Jesu zu konzentrieren. Er war der König, der ihnen Befreiung bringen sollte, die Herrschaft Gottes durch das Zerbrechen des römischen Jochs. Natürlich gab es auch die Ablehnenden, vor allem in den Führungsetagen, aber die kamen an diesem Tag nicht wirklich zum Zug.

Alle glauben, jetzt errichtet Jesus sein Reich. Nur ihm selbst ist klar, dass er auf dem Weg zum Kreuz ist. Er hat es ihnen oft gesagt, aber seine Worte sind an ihrem hartnäckigen Unverständnis abgeprallt. Nichtsdestotrotz muss sich alles genau so ereignen, wie es sämtliche Propheten vorhergesagt haben. Nach Gottes ewigen Plan muss er das Sündopfer werden und uns durch sein Blut erlösen. Er wird das völlig freiwillig und bewusst tun. Niemand wird ihm das Leben nehmen – er wird es geben. So wird er seinen Auftrag erfüllen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Dass sich alles aufs Jota so erfüllt, wie es im Alten Testament vorausgesagt ist, ist der stärkste Beweis für die Inspiration der Heiligen Schrift. Die wichtigsten und eindeutigsten Hinweise finden wir dabei im Propheten Jesaja, der 700 Jahre vor Christus prophezeite. Die Jesajarolle vom Toten Meer, die auf 200 v.Chr. datiert wurde und heute in Jerusalem im Schrein des Buches aufbewahrt wird, zeigt, dass der ursprüngliche Text genau der war, den wir in unseren Bibeln finden. Augustinus bezeichnete die Voraussagen Jesajas als das 5. Evangelium. So verstanden es auch die Apostel. Es gibt im Neuen Testament etwa 85 Zitate bzw. Anspielungen auf dieses Buch.

Jesaja nennt ihn den Knecht des Herrn. Gott hat ihm unsere Schuld aufgeladen. Er hat sich nicht gewehrt. Nun kann er uns von jeder Sünde reinigen. Dabei geht vor allem Jesaja 53 ziemlich ins Detail.

Diese “Zwischenspiel” war nötig, damit Jesus, der wahrhaftig der Messias-König ist, sein Reich aufrichten kann. Wir brauchen Reinigung von Schuld und Veränderung unserer Herzen. Wir können aus uns nicht “besser” werden. Moralische Aufrüstung ist keine Lösung. Der Schaden in uns ist fundamental und braucht die radikale Heilung durch das Opfer des Einen, der ohne Sünde war.

Alles was wir tun können, ist danken! Ein Opfer für Sünde brauchen wir nicht mehr zu bringen, aber ein Lobopfer der Dankbarkeit zeigt, welchen Wert er für uns hat.

Lasst uns also zu ihm hinausgehen, vor das Lager, und die Schande tragen, die er getragen hat! Denn hier auf der Erde haben wir keine Heimat. Unsere Sehnsucht gilt jener künftigen Stadt, zu der wir unterwegs sind. Durch Jesus wollen wir Gott immer wieder ein Lobopfer bringen, das heißt, wir wollen ihn preisen und uns zu seinem Namen bekennen! Vergesst auch nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen! Denn solche Opfer gefallen Gott. (Hebräer 13,13-16)

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