Stille Zeit-Tipps (3): Die Einstellung

Wichtiger als alles andere bei der Begegnung mit dem Wort Gottes ist meine Einstellung ihm gegenüber.

….nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf! heißt es in Jakobus 1,21 (in den etwas wortgetreueren Übersetzungen). Was bedeutet das?

Dass bedeutet, dass ich davon ausgehe, dass das Wort Gottes Recht hat. Ich setze ihm keinen Widerstand entgegen, es darf mich infrage stellen, belehren und korrigieren. Ich komme, weil ich will, dass mein Denken verändert wird, weil ich gemerkt habe, dass ich das brauche, und dass er “Worte des ewigen Lebens” für mich hat.

Ich komme nicht, um Fehler zu finden. Natürlich schalte ich mein Hirn nicht ab, aber wenn mir etwas “spanisch” vorkommt, dann suche ich unter der Prämisse nach Lösungen, dass Gott klüger ist als ich. Vielleicht habe ich etwas falsch verstanden, das kann gut sein. Vielleicht brauche ich noch Hintergrundinformationen oder die Vernetzung mit anderen Teilen der Bibel. Aber fest steht, dass das Problem nie bei Gottes Wort liegt, sondern immer bei mir.

Diese Haltung habe ich aber nicht, weil Gott so autoritär wäre, dass ich keine Fragen stellen dürfte. Tatsächlich darf ich jede echte Frage stellen – das möchte Gott sogar! Er hat nämlich Antworten – nicht immer gerade dann, wenn wir sie gerne hätten, aber er hat sie! Was er von uns möchte, ist unser Vertrauen in seine Weisheit und in seine Güte, und das erprobt er manchmal mit Dingen, die wir (noch) nicht verstehen.

Das war der “sanft”-Teil von Sanftmut. Jetzt brauchen wir noch den “Mut”-Teil. Den brauchen wir manchmal, um nicht wegzulaufen, wenn Gott uns den Spiegel vors Gesicht hält. Wir müssen Realität wollen. So wunderbar und aufbauend Gottes Wort auch ist, manchmal ist es auch erst mal ein harter Besen, der unser Leben durchkehrt, oder eine kalte Dusche auf falsche Begeisterung und Hoffnungen. Auch das kann man nur im Vertrauen daruf aushalten, dass das gut und notwendig ist und seiner väterlichen Liebe entspringt. Und dann braucht man noch Mut zum Gehorchen und Tun. Am Ende des Prozesses ist uns Glück versprochen (Jakobus 1,23-25):

Es genügt aber nicht, das Wort nur zu hören, denn so betrügt man sich selbst. Man muss danach handeln. Jeder, der das Wort nur hört und nicht danach tut, der ist wie ein Mann, der in den Spiegel sieht. Er betrachtet sich, läuft davon und hat schon vergessen, wie er aussah. Doch wer immer wieder tief in das vollkommene Gesetz Gottes, in das Gesetz der Freiheit, hineinschaut und nicht vergisst, was er wahrgenommen hat, sondern danach handelt, der wird dabei glücklich und gesegnet sein.

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