Stille Zeit-Tipps (7): Welche Bibel?

Wir haben im Deutschen eine Auswahl an Bibelübersetzungen und –übertragungen, nach denen sich die Mehrheit der Menschen die Finger lecken würde. Aber das heißt auch, man muss sich irgendwie entscheiden, welche man nun nehmen will. Es gibt eine ganz gute Serie auf dem Blog von Philipp Keller über die grundsätzlichen Ausrichtungen der verschiedenen Übersetzungen und die Vor- und Nachteile. Meiner Erfahrung nach landet die Mehrzahl der Leute, die die Bibel ernsthaft studieren wollen, irgendwann bei der Elberfelder oder Schlachter Bibel.

Ich persönlich liebe die Elberfelder Bibel, besitze aber auch einige andere zum Vergleichen. Ich bin mit dieser Übersetzung geistlich aufgewachsen; ihr Wortlaut ist mir vertraut, und deshalb empfinde ich sie auch nicht als kompliziert. Trotzdem verwende ich hier auf dem Blog oft die Schlachter Bibel (wenn es mehr auf den Wortlaut ankommt) oder die Neue Evangelistische Übertragung (wenn es mehr auf Verständlichkeit ankommt).

Ich empfinde außerdem, dass mir eine strukturtreue Übersetzung hilft, genau zu lesen. Am Sonntag in der Predigt zu Galater 3 ist es mir mal wieder aufgefallen, wie genau Paulus auf den Wortlaut achtet. Es kann halt einen großen Unterschied machen, ob ein Wort in der Einzahl oder der Mehrzahl steht! Natürlich kann keine Übersetzung uns das 100%ig bieten, und wir wollen auch keine Wortklauber werden – das wäre keine gute Eigenschaft! Aber wir wollen zu geistlicher Selbstständigkeit reifen und Verstand und Herz dazu benutzen, unseren Glauben wirklich in Besitz zu nehmen und wie die Beröer zu prüfen, was uns erzählt wird. Welche Bibelübersetzung dazu für dich am besten geeignet ist, muss du selbst herausfinden.

Ein letzter Gesichtspunkt: Mir persönlich fällt es leichter, Bibelverse auswendig zu lernen, wenn die Sprache sich mindestens auf dem Level “gehobene Umgangssprache” befindet. Allzu flach und lässig haftet nicht so gut in meinem Gehirn. Zum Auswendiglernen ist es außerdem gut, eine Übersetzung als Standardversion zu lesen und nicht ständig zu wechseln. Viele Bibelverse bleiben so durch häufiges Lesen ganz nebenbei hängen, und du erwirbst dir so nach und nach einen Schatz von Aussprüchen Gottes, der dir in Krisen, Durststrecken und Versuchungen zur Verfügung steht.

Ein Gedanke zu „Stille Zeit-Tipps (7): Welche Bibel?

  1. Christina Lehmann

    Hallo Ruth,
    ich liebe auch meine Elberfelder Bibel, mit der ich ebenfalls – wie du – groß geworden bin und die nach wie vor unter Experten als die originalgetreueste Übersetzung gilt. Die Schlachter finde ich aber auch gut und die Scofieldbibel ist auch sehr gut zum Studium zu gebrauchen. Leider habe ich immer noch keine eigene…
    Viel Segen beim Bibelstudium wünscht dir
    Christina

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