Predigt-Nachlese: Wo Rebellen Ruhe finden

Predigttext: Römer 14,7-9; Matthäus 11,25-30

Von Natur sind wir alle Rebellen. Wir lehnen uns gegen das auf, was Gottes erklärtes Ziel ist: Dass Christus unser Herr sein und wir für IHN leben sollen. Es geht nicht nur darum, dass wir erlöst werden, sondern dass er in uns verherrlicht wird. Hat er uns mit seinem Blut erkauft, so hat er auch das Anrecht auf uns, und ihm die Herrschaft zu verweigern, ist Diebstahl. Wenn es in Psalm 23 heißt: “Der HERR ist mein Hirte”, so ist das eine mit dem anderen verknüpft. Kann er nicht mein Herr sein, so kann er auch nicht mein Hirte sein. Nur wenn ich seiner Führung folge, wird auch der Rest dieses Psalms wahr.

Der Widerstand gegen Gott ist mühselig und ermüdend. Unser “Fleisch”, unsere eigenwillige Selbstliebe, befindet sich immer im Aufstand gegen Gott. Deswegen lädt Jesus die Mühseligen und Beladenen ein, unter sein Joch zu kommen und dort Ruhe zu finden.

Ruhe fängt da an, wo wir aufhören, etwas für uns zu suchen und zu erstreben, wo es nicht mehr um uns geht, wo wir nicht mehr gehört und gesehen und geehrt werden müssen, weil die Liebe Jesu uns alles gibt, was wir brauchen. Wir müssen uns nicht mehr beweisen, weil er uns auf Vorschuss liebt und nicht wegen irgendetwas, das wir leisten. Mit dem Vertrauen in diese Liebe wächst in uns der Wunsch, uns ihm zu fügen, ihn Herr sein zu lassen, seiner Führung zu folgen, und unser Herz wird frei, nur noch seine Ehre zu suchen.

Das Joch des Gesetzes ist hart, genauso wie das Joch menschlicher Forderungen und Erwartungen. Wir fügen uns zähneknirschend, weil Widerstand zwecklos ist, und innerlich sind wir voller Auflehnung. Aber das Joch Jesu ist leicht, weil seine Liebe am Kreuz unser Herz überzeugt, dass es seinen Widerstand angstfrei aufgeben kann. Er kennt das Werk seiner Hände, und das Joch, in das er uns einspannt, ist genau an uns angepasst.

Damit zwei Tiere im Joch harmonisch miteinander gehen können, muss das erfahrenere Tier führen, und das andere muss folgen. Wenn wir mit Jesus zusammengejocht werden, müssen wir uns seiner Autorität beugen. Wollen wir vorauspreschen und ihm was beweisen, oder schlafen wir ein, so verkantet sich das Joch, und wir tun uns nur selbst weh. Lassen wir uns leiten und laufen im Gleichschritt mit ihm, dann gelingt es. Er hat die Verantwortung, und unsere Last hat er schon am Kreuz auf sich genommen – darum ist sein Joch sanft und seine Last leicht. Und gleichzeitig pflügt das scharfe Messer seines Wortes heilend durch unsere Herzen, bricht die Verhärtungen um, wirft die Steine heraus und öffnet die Furchen für die Saat und den Regen, damit fruchtbares Land daraus wird.

Es ist ein Privileg, unter diesem Joch zu gehen, das Beste, was einem Menschen passieren kann. Es bringt uns in die “Sabbat-Ruhe”, die uns für jeden Tag unseres Lebens, nicht nur für die Sonntage, zugedacht ist. Seine Herrschaft, stellen wir fest, ist für uns kein Verlust, sondern Gewinn. Im Lauf der Zeit wird unsere Anpassung an seinen Schritt immer selbstverständlicher, ihn zu verherrlichen wird uns ganz natürlich, die “Verkantungen” werden schneller behoben, und das Laufen im Joch mit unserem sanftmütigen und demütigen Herrn wird zum Genuss.

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