Stille Zeit-Tipps (10): Die Links entdecken

Die Bibel ist ein “Word Wide Web”, wo alles miteinander verbunden ist.  Das ist eigentlich das Faszinierende und Überzeugende an der Bibel, dass so viele verschiedene Autoren über ein Thema schreiben,  dass sich nach und nach immer mehr entfaltet. Dabei legt eine Bibelstelle die andere aus, und alles steht in Beziehung zueinander. Nun müssen wir nur die Links noch finden, denn optisch hervorgehoben und anklickbar wie im Internet sind sie leider nicht.

Persönlich stehe ich nicht so auf Studienbibeln, in denen der Begleittext mehr Platz einnimmt als der eigentliche Bibeltext. Ich neige dann dazu, mich gar nicht so sehr selbst um den Text zu bemühen, sondern gleich die Anmerkungen zu lesen. Aber ein Tool, das ich wirklich liebe, sind Parallelstellen-Angaben; sie sind oft sehr hilfreich, um Zusammenhänge zu entdecken und zu verstehen. Kürzlich z.B. habe ich Hebräer 3 gelesen. Dort wird Bezug genommen auf Fehler, die Israel zur Zeit Moses´ in der Wüste gemacht hat. Ohne Parallelstellen müsste ich sehr lange suchen, bis ich die Originalberichte in den 5 Büchern Moses ausfindig gemacht hätte. Durch die Parallelstellen-Angabe konnte ich sofort sehen, wo ich die ursprüngliche Geschichte finde, und die Beziehung zu meinem Text herstellen und ihn dadurch besser verstehen.

Mit Bibelprogrammen für den PC, z.B. e-Sword (kostenlos!), kann man auch nach bestimmten Begriffen in der Bibel suchen, ähnlich wie mit einer Konkordanz. Auch mit vielen Bibel-Apps für Smartphones geht das prima. So kann man feststellen, wo und in welchen Zusammenhängen ein Begriff sonst noch vorkommt. Noch besser geht das mit den Strong-Nummern, die sich auf die Worte im Urtext beziehen. Allerdings sind sie zumindest in meinem Bibelprogramm nur für die alte englische King James-Bibel verfügbar.

Im Lauf der Jahre findet man aber selbst immer mehr Links, und wenn man so ein Glückspilz ist wie ich und eine Bibel mit Schreibrand besitzt, kann man sie sich die entsprechenden Stellen neben dem Bibeltext vermerken, auch die, die man bei Predigten und Vorträgen mitkriegt. Es entwickelt sich so ein immer besseres und ausbalancierteres Verständnis der Wahrheit Gottes.

Damit ist noch eine andere Art von Verlinkung angesprochen, auf die ich hinweisen möchte. Wir dürfen und müssen zwar  ein selbstständiges Glaubensleben haben, das direkt an der Quelle des Wortes Gottes trinkt, aber selbstständig heißt nicht unabhängig. Wir brauchen die Lehre der Gemeinde, um nicht eigene Ideen und Steckenpferde zu pflegen, um Zusammenhänge zu sehen und Korrektur von Missverständnissen zu empfangen. Predigt, Bibelstunde, Jüngerschaftsgruppen – unsere Geschwister in vielen Ländern gehen ins Gefängnis, weil sie sich so danach sehnen, dass sie nicht darauf verzichten wollen, und wir nutzen unsere Chancen nicht! Kann sein, dass wir das noch mal bedauern, wenn sich die Zeiten ändern! Wenn du keine Gemeinde in deiner Nähe hast, die das Wort Gottes verkündigt, dann bete darum, dass dort eine entsteht! Internetpredigten (z.B. hier oder hier oder auf der Seite meiner Gemeinde) sind nicht wirklich ein Ersatz, aber besser als nichts.

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