Predigt-Nachlese: Paulus und Petrus – Diener Gottes

Predigttext: Apostelgeschichte 9,26-35

Paulus und Petrus, deren Weg wir in diesem Abschnitt folgen, sind beides Diener Gottes mit einer Vorgeschichte.

Die von Paulus ist geprägt von religiösem Selbstbetrug, bis Jesus ihm in den Weg tritt. Er fällt geradewegs in die völlig unverdiente Gnade hinein. Die Folge ist Sündenerkenntnis und tiefe Demütigung und dann die völlige Hingabe an dieses Evangelium, das er ohne Aufschub zu verkündigen beginnt. Sofort wird der ehemalige Jäger zum Gejagten, dessen Leben man auslöschen will. Er nimmt die Staffel des Stephanus auf, dessen Hinrichtung er vor Kurzem noch gutgeheißen hat, und beginnt wie dieser mit den Hellenisten (griechisch sprechenden Juden, zu denen er selbst auch gehörte) zu reden und zu diskutieren. Genau wie Stephanus erfährt er ihre Feindschaft (V.29). Zuvor versucht er, das Vertrauen seiner neuen Brüder zu gewinnen – ein schwieriges Unterfangen! Ihnen ist dieser plötzliche Seitenwechsel nicht geheuer. Ist das echt oder nur ein Trick, um sich als Wolf im Schafspelz in ihre Reihen einzuschleusen, um sie dann umso besser angreifen zu können? Einer jedoch glaubt ihm, Barnabas, dessen Name “Sohn des Trostes” bedeutet und sein Wesen sehr zutreffend bezeichnet. Ihm gelingt es, zwischen Paulus und den Aposteln zu vermitteln und seine Geschichte so überzeugend darzustellen, dass sie ihn aufnehmen. Nach einer Todesdrohung gegen Paulus schaffen sie ihn aber aus der Stadt, um ihn zu retten. Allerdings wird Verfolgung das Leben von Paulus kennzeichnen bis zum Ende.

Auch Petrus hat eine Vorgeschichte von Selbstüberschätzung, Schuld und Vergebung. Auch ihn hat die Gnade zu einem demütigen Menschen gemacht, der sein Vertrauen nicht mehr auf sich selbst setzt. Niemand kann Gott dienen ohne eine echte Bekehrung. Nachdem er so völlig versagt und seinen Herrn verleugnet hat, setzt Jesus ihn in den Dienst ein: “Weide meine Schafe!” In 2.Petrus 1 gibt er uns einen Einblick in das, was ihn motiviert und antreibt: Ein Gefühl von Dringlichkeit und echte Sorge für die ihm anvertrauten Menschen. Es brennt ihm auf der Seele, sie mit dem Wort Gottes auszurüsten und sie durch Erinnerung darin zu befestigen, so dass sie stark und krisenfest werden. Die Liebe bahnt ihm dabei den Weg in Ohren und Herzen.

Hier in der Apostelgeschichte finden wir ihn in Lydda, wo er auf einen Mann namens Äneas trifft. Der ist seit acht Jahren gelähmt – nach menschlichem Ermessen ein hoffnungsloser Fall. Aber Petrus kann ihm sagen: “Jesus Christus heilt dich! Steh auf!” Äneas gehorcht und wird sofort und vollständig gesund. Nicht Petrus heilt ihn – und er hat auch nicht vor, da den Ruhm abzusahnen – sondern Christus ist der Handelnde, und Petrus steigt sozusagen mit ein, in das, was der Herr tut. Das ist das Geheimnis der Effektivität seines (und unseres) Dienstes. Die Folge dieses Ereignisses ist, das viele zum Glauben kommen und sich bekehren.

Die eben berichteten Dinge geschehen in einer Art “Verschnaufpause” der Gemeinde. Sie hat (V.31) für eine Weile Ruhe und nutzt sie. Das Wort wird gepredigt, das Leben wird daran ausgerichtet, die Gemeinde wird befestigt – Wachstum ist die Folge. Auch wir haben momentan eine relative Freiheit, während in vielen Ländern der Welt eine ungeheure Christenverfolgung tobt. Was machen wir damit?

Petrus lässt uns sagen, dass wir nicht mehr viel Zeit haben, und was wir damit anfangen sollen: “Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. Vor allem aber habt innige Liebe untereinander; denn die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken. Seid gegeneinander gastfreundlich ohne Murren! Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes: Wenn jemand redet, so [rede er es] als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so [tue er es] aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.” (1.Petrus 4,7-11)

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