Predigt-Nachlese: Zum Dienen befreit

Predigttext: Apostelgeschichte 9,36-43

Tabita war eine Frau aus Joppe, und sie wird hier eine Jüngerin genannt. Irgendwo hatte sie das Evangelium gehört und angenommen, und dieses “Wort vom Kreuz” erwies sich in ihrem Leben als Gottes Kraft. Sie wurde völlig verwandelt. Sie hatte Frieden mit Gott gefunden, weil ihre Sünden vergeben waren. Die Liebe Gottes wurde in ihr Herz ausgegossen, und nun gab sie diese Liebe weiter – nicht etwa um sich mit guten Taten ihr Heil zu verdienen, sondern aus Dankbarkeit und Liebe für ihren Erlöser. Diese Liebe ließ sie die Nöte der Witwen um sich herum wahrnehmen. Sie waren in der damaligen Gesellschaft das schwächste und verletzlichste Glied. Sie begann, für sie das zu tun, was sie gut konnte: Sie nähte ihnen Kleidung.

Jeder hat eine Gabe – die Frage ist: Stellen wir sie Gott zur Verfügung? Ob wir nun beten, ermutigen oder putzen – tun wir es für ihn? Dabei ist keine Arbeit zu gering – auch praktische Dienste können geistlich getan werden. Der Herr sucht bei uns die Verfügbarkeit  für die Nöte unserer Geschwister, die Bereitschaft, von Herzen zu dienen, ohne uns damit profilieren oder auf ein Podest stellen zu wollen. So war Tabita, sie wollte einfach “des Herrn Magd” sein.

Und dann wurde diese Frau krank und starb. Man bahrte sie auf, und der Schmerz derer, die sie geliebt hatten und die meinten, sie doch noch zu brauchen, ergoss sich in lautem Weinen und Klagen. Wer sollte sie ersetzen?  In dieser Not wussten sich die Jünger vor Ort nicht anders zu helfen, als nach Petrus zu schicken. “Komm! Aber schnell, bitte!”

Bei Petrus finden wir nun dieselbe Einstellung wie bei Tabita. Wenn der Herr ihn rief, den Geschwistern in Joppe beizustehen, so musste man ihn nicht zweimal bitten. Er machte sich sofort auf den Weg, etwa eine Tagereise weit. Er fand dort die weinenden Frauen vor, die ihm erzählten, was Tabita ihnen bedeutet hatte. Das Trauern im Mittleren Osten ist lautstark und durchdringend, deswegen schickt Petrus sie alle hinaus. Petrus braucht Ruhe für die Zwiesprache mit Gott, um zu wissen, was er tun soll. Dieser Mann Gottes, durch den so viele Wunder geschehen sind, hat es nicht “in der Tasche”. Er ist kein Wunderheiler geworden, sondern vollkommen von Gott abhängig. Aus sich selbst kann er nichts tun. “Er kniete nieder und betete. Schließlich wandte er sich zu dem Leichnam und sagte: „Tabita, steh auf!“ Da öffnete sie die Augen. Und als sie Petrus erblickte, setzte sie sich auf. Er fasste sie an der Hand und half ihr auf die Füße. Dann rief er die Witwen und die anderen Heiligen herein und gab ihnen Tabita lebend zurück.” Weil er für Gott verfügbar ist, beteiligt ihn Gott an seinem Werk.

Dieses Ereignis dient – wie alle Wunder in den Evangelien und der Apostelgeschichte – zur Bestätigung des verkündigten Wortes Gottes. Viele in Joppe glauben an die gute Botschaft und bekehren sich.

Der letzte Vers berichtet, dass Petrus für eine ganze Weile bei einem Gerber namens Simon blieb. Das ist insofern bemerkenswert, als fromme Juden den Umgang mit dieser Berufsgruppe mieden. Sie waren als unrein verpönt und wohnten gewöhnlich außerhalb. Wir sehen hier bei Petrus eine Tendenz, die im nächsten Kapitel dem Höhepunkt zustrebt: Er hatte sich schon mit Samaritern befasst, jetzt wohnt er bei einem unreinen Gerber, und schließlich wird Gott ihm erklären, dass auch Heiden seine Brüder werden können.

Die Essenz unseres Abschnitts ist in Titus 2 so zusammengefasst:

Sei du selbst ihnen ein Vorbild im Tun des Guten……Denn die Gnade Gottes ist jetzt sichtbar geworden, um allen Menschen die Rettung zu bringen. Sie erzieht uns dazu, die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden zu verleugnen und besonnen, gerecht und mit Ehrfurcht vor Gott in der heutigen Welt zu leben, als Menschen, die auf die beglückende Erfüllung ihrer Hoffnung warten und auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus. Er hat sich für uns ausgeliefert, damit er uns von aller Gesetzlosigkeit loskaufen und sich ein reines Volk schaffen könne, das darauf brennt, Gutes zu tun.

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