Predigt-Nachlese: Wer gegen Gott kämpft, ist ein Narr!

Predigttext: Apostelgeschichte 12, 11-25

1. Gottes Ziele können nicht vereitelt werden, und Gottes Macht kann niemand widerstehen

Der Engel hatte Petrus aus dem Gefängnis geführt, und es war ihm nicht so ganz klar, ob er sich in der Wirklichkeit befand oder in einem Traum. Aber schließlich kam er in der Realität an: Gott hat tatsächlich seinen Engel gesandt, und ich bin frei! Die Pläne von Herodes sind zunichte gemacht und die Erwartung der Juden enttäuscht. Was nun? Es wird nicht lange dauern, bis man mein Verschwinden bemerkt und mich sucht! Er musste die Seinen aufsuchen, denn auch für sie war diese Situation gefährlich, und er wusste auch, wo er sie finden würde: Sie waren mit Sicherheit im Haus von Maria zum Beten versammelt.

Als er dort ankommt und ans Tor klopft, kommt Rhode, das Dienstmädchen, und er ruft: Mach auf, ich bin´s, Petrus! Und sie freut sich so, dass es eine Fehlschaltung in ihrem Kopf gibt, und sie die Tür nicht aufmacht, sondern ins Haus läuft und ruft: Petrus steht draußen!  Und was sagen die gläubigen Beter, die um eben dieses Wunder zu Gott gefleht haben? Du hast sie ja nicht alle! Das kann ja gar nicht sein! Aber sie beteuert, dass er es ist; schließlich hat sie ihn ganz deutlich gehört! Dann ist es wohl sein Engel, diskutieren sie, während der arme Petrus draußen steht und klopft und klopft. Als schließlich jemand auf die Idee kommt, vielleicht einfach mal nachzusehen, sind sie alle völlig aus dem Häuschen. Wer hätte das gedacht, dass Gott ihr Gebet so erhört! Petrus muss sie erst mal zur Ruhe bringen, und dann erzählt er ihnen die ganze Geschichte. Aber nun, liebe Geschwister, muss ich weg von hier! Könntet ihr das bitte alles Jakobus und den Brüdern berichten? Und er verabschiedet sich und geht. (Von hier an verlagert sich übrigens der Fokus der Apostelgeschichte von Petrus auf Paulus.)

Dann wird es hell, und die Soldaten stellen fest, was für eine Katastrophe ihnen passiert ist. Die Befreiung von Petrus ist ihr Todesurteil. Der frustrierte Herodes, der nicht zugeben kann, dass Gott stärker ist als er, braucht einen Sündenbock, und das sind natürlich die, die er als Bewacher eingesetzt hat. Statt Buße zu tun, lässt er sie hinrichten.

Und nun ist er reif für die nächste Lektion:

2. Gottes Gericht kann nicht umgangen werden

Wer sich vor Gott nicht demütigen will, arbeitet an seinem eigenen Fall. Herodes reiste nach diesen Ereignissen zurück in seine Residenzstadt Cäsarea. Er hatte Ärger gehabt mit den freien Handels- und Hafenstädten Tyrus und Sidon und  ihnen deswegen die Lebensmittelversorgung abgeschnitten. Nun mussten sie klein beigeben und baten ihn um Frieden. Das war ganz nach seinem Geschmack und blies seinen Stolz so sehr auf, dass er ein Event ansetzte, um das zu feiern. Er bekleidete sich mit seinen königlichen Gewändern, die dem jüdischen Historiker Josephus zufolge aus Silberfäden gewebt waren, und setzte sich auf den Thron, um eine öffentliche Rede an das Volk zu halten. War er durch die Lichtreflektion auf seiner Kleidung so eine strahlende Erscheinung oder war es pure Schmeichelei, auf jeden Fall riefen die Menschen ihm zu: „So spricht ein Gott und nicht ein Mensch!“, und er nahm ihre Huldigung an und widersprach nicht.

Aber Gott teilt seine Ehre nicht, und das Maß war voll. Im gleichen Augenblick aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er sich als Gott feiern ließ und nicht Gott die Ehre gab. Von Würmern zerfressen starb er unter Qualen. Josephus erzählt, dass er fünf Tage litt.

So musste er am Ende erkennen, dass es Gott ist, der alles unter Kontrolle hat, und dass Gott Widerstand und Hochmut nicht ungestraft lässt. Gott bietet Vergebung und Versöhnung an, aber die Voraussetzung ist immer Einsicht und Umkehr. Wenn wir das nicht wollen, bleibt nur das Gericht. Wie viel schlimmer wird es uns ergehen, wenn wir den ablehnen, der vom Himmel her zu uns spricht …. Denn auch unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. (Hebräer 12, 25 ff)

Die Pläne des Herodes waren folgende gewesen: Jakobus und Petrus sterben, und seine Macht wird ausgebaut. Die Pläne Gottes sahen vor: Petrus wird weiter leben und dienen, Herodes wird gerichtet,  Jakobus wird die Ehre des Märtyrertodes zuteil und Gottes Macht wird ausgebaut, sein Reich und sein Wort breiten sich weiter aus. Am Ende heißt es: Immer mehr Menschen hörten das Wort Gottes und kamen zum Glauben. Die Pforten der Hölle können die Gemeinde Jesu nicht überwältigen – weder damals noch heute.

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