Beim Beten ganz normal bleiben!

Auf der Website von DesiringGod ist ein Artikel erschienen, der mir aus dem Herzen spricht: Be yourself in prayer. Das heißt so viel wie: Bleib beim Beten du selbst. Er spricht einige Dinge an, die mir auch immer wieder aufstoßen, manchmal wenn ich anderen zuhöre, manchmal auch bei mir selbst. Man nimmt sich ja nicht auf beim Beten, insofern merkt man vielleicht gar nicht, was man da so von sich gibt … aber solch eine Auflistung kann vielleicht die Aufmerksamkeit ein wenig schärfen. Es geht eigentlich um zweierlei: Zum einen, ganz natürlich zu bleiben, und zum andren, auch beim Beten sein Gehirn einzuschalten.

 

Bild: Otto Greiner [Public domain], via WikimediaCommons


  • Respektiere die Ordnung in der Dreieinigkeit: Danke nicht dem Vater, dass er am Kreuz für dich gestorben ist. Sei dir bewusst, zu wem du betest, und dass die Personen der Dreieinigkeit voneinander unterschieden sind. Auch wenn Gott unser Gestammel schon richtig sortiert, ist das doch ziemlich verwirrend für deine Umgebung und macht es ihr schwer, innerlich zuzustimmen. (In dieser Situation hab ich mich schon öfters befunden.)
  • Füllwörter: Man muss nicht vor jedem Satz „Herr“ sagen und bitten, dass Gott alles „einfach“ macht. Der Autor geht zur Verdeutlichung mal auf die menschliche Ebene. Wie käme es uns vor, wenn jemand so mit uns spricht (Original in Klammern): „Stephen Miller, lass uns einfach…Stephen, wir sollten einfach mal zusammen essen gehen, Stephen Miller. Lass uns so einfach mal….einfach mal einen Burger holen, Stephen. Stephen, ich weiß, du magst von Zeit zu Zeit einen guten Burger, Stephen Miller. Stephen, wir könnten dann einfach noch ein Eis holen, Stephen Miller“. („Stephen Miller, just… just Stephen, we should just go to lunch together, Stephen Miller. Just let’s just go grab… just a burger, Stephen. Stephen, I know you like a good burger from time to time, Stephen Miller. Stephen, just then we could just grab a frozen custard, Stephen Miller.“) Bisschen komisch, oder? Manchmal ist es auch beim Beten besser, Luft zu holen und nachzudenken. Gott ist natürlich kein Mensch, und wenn er unsere Gebete abweisen würde, weil sie komisch sind, dann wären wir arm dran! Aber wir sollten uns bewusst sein, dass wir ganz normal und überlegt mit ihm sprechen dürfen, und dass mehr Worte unsrerseits ihn nicht bereiter machen, uns zu antworten. Der Rat von Stephen Miller: Mach mal langsam. Pausen sind okay. Vielleicht will Gott ja auch mal was sagen.
  • Benutze normale Sprache: Ich glaube, das Problem liegt mir persönlich am nächsten. Der Grund ist sogar eigentlich ein guter: Unsere Sprache wird von der Bibel geprägt, und ich benutze nicht die modernste Übersetzung. Die Gefahr sehe ich darin, dass aus biblischen Begriffen Worthülsen werden – deshalb ist es ganz bestimmt gut, darüber nachzudenken, wie ich das in meiner normalen Alltagssprache ausdrücken kann. Das im Artikel beschriebene „King James–Englisch“–Syndrom haben wir aber, glaube ich, im Deutschen eher weniger. Allerdings kenne ich auch Leute, die beim Gebet irgendwie „salbungsvoll“ reden oder einen merkwürdigen Tonfall annehmen und finde das befremdlich. Aber wie gesagt, ich höre mich selbst nicht….
  • Keine künstlichen Emotionen: Sei echt! Nicht dass wir beim Beten nicht schreien und weinen dürfen, aber bitte nichts „produzieren“. Gott hat nichts gegen Gefühle, im Gegenteil, er hat sie uns gegeben, und wenn sie da sind, sind sie da. Wenn sie aber nicht da sind, gibt es deinem Gebet auch nicht mehr „Schmackes“, wenn du so tust, als ob.
  • Bleib kurz und einfach, vor allem, wenn du mit anderen betest. Weder Länge noch Eloquenz sind der Maßstab der Erhörung, und du willst ja die anderen, die mit dir beten, aufbauen und nicht einschüchtern, oder?

Nun sollten wir nicht anfangen, die Gebete in unserer Umgebung zu analysieren, das wäre weder der Gemeinschaft noch unseren Nerven dienlich! Kümmern wir uns erst mal um unsere eigenen, vielleicht hilft das den anderen auch schon weiter. Nachdem ich mich viele Jahre nicht traute, vor anderen zu beten, hat mich speziell eine Schwester durch die Einfachheit ihrer Gebete sehr ermutigt (wovon sie bis heute keine Ahnung hat), und dafür bin ich Gott sehr dankbar.

 

Ein Gedanke zu „Beim Beten ganz normal bleiben!

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