Mit Gnade gekrönt

Sünde bekennen – wirklich als Sünde bekennen, nicht augenzwinkernd und halb im Scherz – ist unter uns nicht gerade in Mode.

Wenn ich mich als Kind schuldig fühlte, weil ich irgendwo nicht gehorcht oder was ausgefressen hatte, habe ich Gott oft gebeten, mir a) zu vergeben und b) dafür zu sorgen, dass es nicht rauskommt, und ich weiß nicht genau, was davon mir wichtiger war. In meiner Wahrnehmung hat Gott dieses Gebet oft “erhört”. Bis es in meinen Teenie-Jahren irgendwann richtig geknallt hat, stand ich immer als ziemlich braves Mädchen da. Und auch wenn ich inzwischen meine “durch-und-durch”-Verdorbenheit erkannt habe, kämpfe ich doch immer noch mit der Tendenz, mein Image zu pflegen. Besonders wenn Menschen einen irgendwie auf ein Podest stellen, möchte man sie ja nicht gerne enttäuschen und herunterfallen.
Jemand hat mal gesagt, wir sollen die Gnade als Krone tragen und nicht als
Unterhemd, aber genau das tun wir oft. Die Gnade wollen wir und brauchen wir, aber warum, dass muss niemand so genau wissen. Ich meine jetzt auch nicht, dass man mit seinen Sünden hausieren gehen und andere belasten sollte.  Aber ist es uns wirklich wichtig, dass die Gnade Gottes gepriesen wird, reale Gnade für reale Sünder? Gnade, die auch anderen Hoffnung macht, dass sie auch für ihre Sünden ausreicht? Das funktioniert am besten, wenn wir aufhören, unsere Fassaden zu polieren und ehrlich werden. Möge Gott uns dazu helfen!

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