Predigt-Nachlese: Die Verantwortung für die nächste Generation

Predigttext: 1.Samuel 1-4 in Auszügen

Im 1.Buch Samuel wird uns von Hanna erzählt, einer Frau, die unter ihrer Kinderlosigkeit litt. Im alten Israel war Unfruchtbarkeit ein Stigma, das eine Frau ins soziale Abseits stellte und die Altersversorgung unsicher machte. Um es ganz kurz zusammen zu fassen: Hanna bat Gott um einen Sohn und wurde als Erhörung ihres Gebets schwanger. Als nach der Geburt ihr Ehemann mit seiner anderen Ehefrau und ihren Kindern zum jährlichen Opfer nach Silo ging, beschloss sie: Wenn der Knabe entwöhnt ist, dann will ich ihn bringen, damit er vor dem Herrn erscheine und dort bleibe für immer!  Das hat sie dann auch getan. Sie brachte den kleinen Samuel in den Tempel des Herrn, wo er in der Obhut des Hohepriesters Eli aufwuchs und zu einem Diener Gottes erzogen wurde.

Diese Herzenshaltung ist für alle christlichen Eltern ein Vorbild: Mein Kind soll dem Herrn gehören und dienen sein Leben lang. ich möchte es zu einem gottesfürchtigen Menschen erziehen.

Die Arbeit an diesem Ziel ist ein gemeinsamer Auftrag für Eltern und Gemeinde. Unsere Kinder brauchen zusätzliche Vorbilder neben den Eltern, und sie müssen nicht nur unterwiesen, sondern  an ein Leben vor Gott gewöhnt werden. Es geht nicht nur um Wissen, sondern um praktisches Vormachen und Einüben.

Vorbild ist ein wichtiger Faktor, den wir nicht unterschätzen dürfen. Den Israeliten wurde gesagt: Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst … (5.Mose 6,5-8) Welche Rolle spielt das Wort Gottes in unserem Familienleben? Suchen wir darin die Weisungen Gottes für unser Leben? Lesen wir es? Besuchen wir die Bibelstunden? Oder setzen wir aus Zeitmangel und Bequemlichkeit die Kinder lieber den falschen Stimmen der Musikindustrie und dem Evangelium der Filmindustrie aus? Verbringen wir Zeit mit unseren Kindern, um mit ihnen über Glaubensfragen zu reden und eigene Erfahrungen mit Gott mit ihnen zu teilen? Was für einen tiefen Eindruck kann es auf Kinder machen, wenn sie ihren Vater unter Tränen zu Gott flehen hören für die Errettung seiner Familie! Wenn dagegen zwischen Worten und Taten, vielleicht noch unter dem Deckmantel der Frömmigkeit, eine große Diskrepanz besteht, dann werden Kinder dem Glauben entfremdet.

Die letzte Verantwortung liegt trotzdem bei jedem Einzelnen. Samuel und Elis Söhne wuchsen im selben Umfeld auf.  Eli machte Fehler im Umgang mit seinen Söhnen, indem er ihr böses Treiben zu lange gewähren ließ, aber dass sie an ihrem gottlosen Leben festhielten war ihre eigene Entscheidung. Im starken Kontrast dazu steht die Haltung Samuels. Wie er bereit war, Eli zu gehorchen, auch wenn er dazu nachts dreimal sein Bett verlassen musste, so bereitwillig sagte er auch zu Gott: Rede, Herr, dein Knecht hört! Die Kraft, das zu tun, was Gott uns sagt, hat niemand aus sich selbst; das ist Gottes Werk. Aber wir dürfen den guten Samen in die Herzen säen, ein Vorbild sein und für unsere Kinder beten.

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