Lydia: Gemeinsam für das Evangelium

Ich sehe sie förmlich vor mir: Lydia, wie sie mitten in der Gemeinde in Philippi sitzt, als der Brief des Apostels Paulus vorgelesen wurde. Jedes Mal, wenn ich an euch denke, danke ich meinem Gott, schrieb er. Ihr wurde ganz warm ums Herz. Immer, wenn ich Gott bitte, bete ich mit Freude für euch. Denn ihr habt euch vom ersten Tag an mit mir für die gute Botschaft eingesetzt. Und das tut ihr bis heute.  ihre Gedanken wanderten zurück zu jenem Tag, als sie zum ersten Mal das Evangelium hörte. Sie hatte sich mit einigen anderen Frauen am Flussufer zum Gebet getroffen. Schon lange hatte sie nach dem wahren Gott gesucht. Sie war eine erfolgreiche und wohlhabende Händlerin, aber ihr Herz wurde von den irdischen Dingen nicht satt. Auf der Suche nach Wahrheit war sie auf den Gott der Juden gestoßen, und um ihn anzubeten, hatte sie sich dort mit Gleichgesinnten am Sabbat getroffen.

Glücklich war sie trotzdem nicht. Im Gegenteil, je mehr sie sich mit diesem Gott und seinem heiligen Gesetz beschäftigte, desto größer wurde ihre Angst vor seinem Gericht und ihre Todesfurcht. Und doch sehnte sie sich nach ihm …

Und dann waren da plötzlich diese Männer. Erstaunlich und unüblich, dass sie sich zu den Frauen setzten und sie in ein Gespräch verwickelten! Und in diesem Gespräch erfuhr sie etwas völlig Neues: Gott hatte seinen Sohn gesandt und bot ihr Vergebung und Versöhnung an. Sofort spürte sie: Das ist das, was ich gesucht habe! Ihr Herz ging auf, und eine gewaltige Freude brach wie eine Flut über sie herein! Gott, der große, heilige und gerechte Gott hatte sie so sehr geliebt, dass er seinen Sohn für sie geopfert hatte!

Das mussten alle hören! Sie lief nach Hause und schleppte ihre Familie an und alle Angestellten. Mit allen, die diese gute Botschaft annahmen, wurde sie getauft. Nichts wollte sie lieber, als sich zu Jesus Christus öffentlich zu bekennen! Sie war Gott so dankbar, dass er ihnen diese Männer geschickt hatte! Später erfuhr sie Genaueres: Sie hatten eigentlich einen anderen Weg nehmen wollen, aber der heilige Geist hatte sie daran gehindert. Da wusste sie: Gott hatte schon lange den Plan gefasst, sie zu retten. Diesem freundlichen Gott wollte sie dienen!

Das Naheliegendste war, die Boten Gottes zu sich einzuladen. Sie hatte Platz und Geld genug. Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da, hatte sie sie gebeten. Was für eine Ehre, wenn ihr Haus der Stützpunkt würde, von wo aus das Evangelium überall in Philippi verkündigt werden könnte! Und sie kannte als Händlerin eine Menge Leute, die sie einladen konnte, um bei einer guten Mahlzeit mit Paulus und seinen Freunden zu sprechen!

Die Dinge entwickelten sich dann etwas unerfreulich. Paulus und Silas kamen ins Gefängnis , weil es einen Aufruhr gab, nachdem sie aus einer armen Sklavin einen Dämon ausgetrieben hatten. Aber Lydia hatte sich nicht beirren lassen. Sie stand zu den Boten Gottes, was auch die ganze Stadt dazu sagen mochte! Als sie aus dem Gefängnis kamen, stand ihr Haus ihnen immer noch offen, und sie wussten es. Sie hatten einander so lieb gewonnen in dieser Zeit, dass es daran keinen Zweifel geben konnte. Ganz im Gegenteil hatte die Not sie noch enger zusammengeschmiedet!

Auch jetzt hatte es Paulus wieder erwischt – er schrieb aus dem Gefängnis. Er wusste, dass sie ihn liebhatten und für ihn beteten, und sie hatten auch alles zusammengekratzt, um ihm etwas Geld zu senden, damit seine Freunde ihm die nötigsten Dinge kaufen konnten. Außerdem hatten sie ihm Epaphroditus geschickt, der ein ganz treuer Bruder war, um ihm ein bisschen beizustehen. Sie war so froh zu hören, wie ihn das alles ermutigt hatte – obwohl er eigentlich viel mehr darauf bedacht war, seine geliebten Freunde in Philippi zu ermutigen. Aber so war er, der Paulus, in ihm schlug das Herz seines Herrn Jesus für sie alle.

Ich bin ganz sicher, dass Gott das gute Werk, das er in euch angefangen hat, auch weiterführen und am Tag, an dem Christus wiederkommt, vollenden wird, las der Vorleser die Worte des Paulus. Ja, sie wollte wachsen in der Liebe, in der Dankbarkeit, im Dienst! Sie war so froh, dass es nicht mehr ihre eigene Anstrengung war, sondern dass ihr Leben geborgen war bei ihrem himmlischen Vater. Er hatte ihr dieses wunderbare neue Leben gegeben, er beteiligte sie an seinem Werk, und er würde sie auch ans Ziel bringen.

Die Geschichte steht in Apostelgeschichte 16 und Philipper 1 und 2,25.

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