Predigt-Nachlese: Die Liebe der Kinder Gottes

Predigttext: Apostelgeschichte 16,3517,15

Diese Woche hatte ich noch kaum Zeit, die Predigt vom Sonntag zu rekapitulieren, und auch jetzt will ich nur ein paar Sachen “aufsammeln”, die mir besonders in Herz gefallen sind.

Was mich besonders berührt hat, ist die handfeste Liebe der Kinder Gottes, die überall in der Apostelgeschichte sichtbar wird: Liebe zu ihrem Erlöser, zueinander, zu den Menschen allgemein. Sie wächst aus der Dankbarkeit für die Erfahrung der Gnade Gottes. Wir sehen sie bei Lydia, in deren suchendes Herz der Lichtstrahl des Evangeliums fällt, und die sofort ihr Haus öffnet für den Apostel und sein Team. Wir sehen sie dann später bei Paulus, als er nicht aus Philippi weggehen kann, ohne Lydia und die “Brüder” noch mal gesehen, ermutigt und getröstet zu haben.

Wir sehen diese Liebe, bei Paulus und Silas, als sie nach dem Erdbeben nicht machen, dass sie fortkommen, sondern im Gefängnis bleiben, um dem verzweifelten Kerkermeister zu dienen, der schon sein Leben wegwerfen will, weil er denkt, die Gefangenen wären entflohen. Sie haben ja keine Garantie, dass sie da jemals wieder rauskommen werden, aber dieser Mann ist ihnen mehr wert als ihre Freiheit und ihr Komfort. Gott hat ein Erdbeben geschickt, nicht damit sie freikommen können, sondern damit der Gefängnis-Chef die Freiheit durch Jesus erfährt! Und wie schließt diese Liebe sein Herz auf und gibt ihrer Botschaft Glaubwürdigkeit! Welche Liebe wird ins Herz des Kerkermeisters ausgegossen, als er das Evangelium der Gnade begriffen hat! Eben wollte er sich noch umbringen aus Angst, dass die Gefangenen ihm abgehauen sind, jetzt nimmt er sie in sein Haus auf und lässt ihnen seine Pflege angedeihen!

Und dann treibt die Liebe den Paulus weiter, um das Evangelium in Thessalonich zu verkünden.  Für seine finanziellen Bedürfnisse kommt dabei die junge Gemeinde in Philippi auf – niemand hat das von ihnen verlangt; die Liebe treibt sie dazu. Viele in Thessalonich werden gerettet, aber die Feinde bleiben auch nicht inaktiv und hetzen den Pöbel auf. Sie versammeln sich vor dem Haus Jasons, der der Gastgeber von Paulus ist, aber finden Paulus nicht. Deswegen schleppen sie Jason und einige Brüder vor die Stadt-Obersten, um sie zu beschuldigen, dem Kaiser untreu zu sein und einem anderen König, Jesus, zu dienen. (Immerhin hatten sie verstanden, dass Jesus König und Herr ist und die Rechte über unser Leben beansprucht.) Diese jungen Gläubigen bekommen das Vorrecht, sich mit Jesus – und auch mit Paulus – zu identifizieren und ihren Anteil am Leiden um Jesu willen zu haben, aus Liebe! Obwohl sie nur gegen Kaution freigelassen werden, schaffen sie Paulus in der Nacht heimlich fort nach Beröa.

Die Beröer wiederum sind uns ein Vorbild in ihrer Liebe zur Wahrheit. Sie haben ein offenes Herz für die Botschaft, die Paulus bringt, aber sie prüfen sie gründlich, ob sie mit der Heiligen Schrift übereinstimmt, ehe sie sie annehmen. Paulus muss ihr Nachforschen nicht fürchten, denn er weiß, dass er in Jesus genau den Christus verkündigt, von dem das Alte Testament spricht.

Im Kontrast zur Liebe der Christen steht der Hass der Gegenseite. Die feindlich gesinnten Juden aus Thessalonich wollen Paulus unbedingt zum Schweigen bringen und jagen ihn bis nach Beröa. Zum fünften Mal wird er aus einer Stadt verwiesen. Diesmal lässt er Silas und Timotheus dort zurück, um die jungen Gläubigen zu unterstützen.

Paulus, der die Geschwister so sehr liebt, schreibt an die Philipper (1,3): Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke, was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden! Seine Freude speist sich nicht aus den Umständen, sondern resultiert aus Gottes Treue und Tun. Der Trost, die Freude und die Dankbarkeit für alles, was Gott ist und wirkt, tragen ihn ohne Motivationsverlust durch alle Schwierigkeiten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s