Predigt-Nachlese: Göttliche Strategien zur Ermutigung

Predigttext: Apostelgeschichte 18,1-11

Der Apostel Paulus hatte einiges durchgemacht.Seine Gegner hatten ihn von Stadt zu Stadt gejagt. Er wurde bedrängt, bedroht, geschlagen und hatte das Gefängnis von innen gesehen. Gott hatte trotzdem seine Verkündigung über die Maßen gesegnet, und viele Menschen kamen zum Glauben. Zuletzt sahen wir ihn in Athen – dort haben offensichtlich nur einige wenige die Botschaft angenommen.

Ohne großen Erfolg verlässt er Athen und kommt nach Korinth. Die ununterbrochene Verfolgung hat Spuren auf seiner Seele hinterlassen. An seine Zeit in Korinth erinnert er sich in seinem 1.Brief an die Korinther: Als schwacher Mensch trat ich vor euch auf und zitterte innerlich vor Angst.(2,3) Er braucht Ermutigung und Zuspruch und Stärkung seines Vertrauens in die Kraft Gottes.

Wie tut Gott das?

Er schenkt ihm Gefährten. Er findet Aquila und Priscilla, ein Ehepaar, das das gleiche Handwerk ausübt wie er. Sie gründen eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft und werden ihm zu lebenslangen Freunden und Mitarbeitern am Evangelium, ungewöhnlich treue Menschen, mit denen er Herz und Leben teilen kann. Gott benutzt sie als Werkzeuge, um seinem müde gewordenen Knecht neue Kraft zu geben durch ihre Gemeinschaft. Er ist nicht allein! 6 Tage in der Woche arbeitet er mit ihnen zusammen für seinen Lebensunterhalt, und am Sabbat geht er in die Synagoge, wie er es immer getan hat, und redet mit den Juden und gottesfürchtigen Griechen, die da zusammenkommen. Routine und gute Gewohnheiten sind auch ein “Gnadenmittel” für schwierige Zeiten. Man sollte nicht den Fehler machen, dann alles hinzuschmeissen und sich zu verkriechen!

Dann kommen Silas und Timotheus aus Mazedonien. Sie bringen gute Nachrichten aus Thessalonich: Die Gemeinde dort steht fest und gedeiht. Dass hebt die Stimmung von Paulus ganz erheblich. Er schreibt den Thessalonichern: Dass ihr euren Glauben bewahrt habt, liebe Geschwister, das hat uns in unserer eigenen Not und Bedrängnis getröstet. Ja, wir leben richtig auf, wenn wir wissen, dass ihr treu zum Herrn steht.Wie können wir unserem Gott nur genug für die Freude danken, die ihr uns gemacht habt? (1.Thessalonicher 3,6) Die beiden unterstützen ihn zudem in der Arbeit und bringen Geld mit, sodass er sich mit neuem Schwung der Verkündigung des Wortes Gottes widmen kann.

Das Evangelium bewirkt wie immer eine Spaltung in die, die glauben, und die, die es vehement ablehnen. Paulus ist gerade wegen seiner tiefen Liebe zu seinem Volk so frustriert, weil es nicht annimmt, was zu seinem Heil dient. Er kündigt an, jetzt zu den anderen Völkern zu gehen. Das bedeutet nicht, dass er nicht auch weiterhin Juden die gute Botschaft verkündigen wird. Aber sein Fokus verlagert sich.

in Korinth befindet sich Paulus in einer heidnischen Stadt voller Schlechtigkeit und Perversion. Sie war dafür so bekannt, dass der Ausdruck “Korinther” zur Bezeichnung eines moralisch verdorbenen Menschen benutzt wurde. Paulus braucht noch einmal eine Ermutigung Gottes, um in dieser Atmosphäre zu arbeiten. Der Herr redet zu ihm durch eine nächtliche Erscheinung und teilt ihm mit: 1. Fürchte dich nicht! Rede und schweige nicht! (War er versucht, aufzugeben?) 2. Du stehst unter meinem Schutz! 3. Ich habe hier ein großes Volk!

Das hat sich auch so bewahrheitet. Die Botschaft vom Kreuz verwandelte viele Leben von Grund auf. Paulus kann später sagen: Menschen, die in sexueller Unmoral leben, Götzen anbeten oder die Ehe brechen, Lustknaben und Knabenschänder, Diebe oder Habsüchtige, Trinker, Lästerer oder Räuber werden keinen Platz im Reich Gottes haben. Und das sind manche von euch gewesen. Aber durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes seid ihr reingewaschen, seid ihr geheiligt, seid ihr gerecht gesprochen worden. (1.Korinther 6, 9-11)

Auch uns gibt in harten Zeiten das Wort Gottes Kraft zum Durchhalten. Wir müssen uns an Gott festhalten, auf ihn warten und sein Wort aufsaugen, denn: Alles, was in der Heiligen Schrift steht, wurde früher aufgeschrieben, damit wir daraus lernen. Die Schrift ermutigt uns zum Durchhalten, bis sich unsere Hoffnung erfüllt. Und der Gott, von dem Geduld und Ermutigung kommen, gebe euch die Einmütigkeit, wie sie Jesus Christus entspricht, damit ihr ihn, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, einmütig wie aus einem Mund preist. (Römer 15,4-6) Dann werden wir auch die Erfahrung des Paulus teilen, dass unser Gott der Gott allen Trostes und der Vater der Erbarmungen ist!

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