Predigt- Nachlese: Paulus, ein Vorbild in der Nachfolge Jesu

Predigttext: Apostelgeschichte 18,12-23

Paulus hat den Korinthern mal geschrieben: Nehmt mich zum Vorbild, so wie ich Christus zum Vorbild nehme! Sie hatten ja reichlich Gelegenheit gehabt, ihn zu beobachten. Und wir sind in der glücklichen Lage, sein Leben und Beispiel in der Apostelgeschichte und in seinen Briefen verfolgen zu können.

Nachdem der Herr Paulus aus seinem Entmutigungsloch herausgeholt und durch feste Zusagen und einen klaren Auftrag wieder auf die Füße gestellt hatte, konnte Paulus relativ ungestört 18 Monate lang das Evangelium verkündigen. Das war die bisher längste Zeit in ein und derselben Stadt auf dieser 2. Missionsreise. Aus allen vorherigen Städten hatte man ihn bald verjagt. Am Ende dieser anderthalb Jahre ging aber auch in Korinth der Ärger los. Die Juden klagten ihn vor dem Prokonsul Gallio an, dass er eine illegale Religion verbreite. Gallio wies ihre Anklage ab. Für ihn war das Christentum eine jüdische Splittergruppe, und das Judentum war offiziell eine “religio licita”, eine genehmigte Religion. Diese internen Streitigkeiten der Juden gingen ihm auf die Nerven; das sollten sie gefälligst unter sich regeln. Er trieb sie förmlich vor dem Richterstuhl weg. Sosthenes, der Vorsteher der Synagoge, wurde vor seinen Augen verprügelt, aber er kümmerte sich nicht darum. Übrigens taucht dieser Sosthenes später als “Bruder”  wieder auf. Er hatte sich offensichtlich bekehrt, und war damit schon der zweite Synagogenvorsteher in Korinth, der zum Glauben kam!

Anschließend konnte Paulus noch eine ganze Weile in Korinth weiterarbeiten. Dann wurde es Zeit, weiter zu ziehen. Nachdem er ein Nasiräergelübde eingelöst hatte – vielleicht aus Dankbarkeit für Gottes Handeln in Korinth – reiste er mit seinen guten Freunden und Mitarbeitern Priscilla und Aquila ab nach Ephesus. Schon früher hatte es ihn dorthin gezogen, aber damals hatte Gott es nicht erlaubt. Obwohl er in Korinth nach der Ablehnung durch die Juden gesagt hatte, er werde sich jetzt zu den anderen Völkern wenden, suchte er auch hier zuerst die Synagoge auf. Sein Herz brannte für sein eigenes Volk, dem die Verheißungen Gottes galten, und er konnte es nicht aufgeben. Er fand dort auch ein positives Echo, konnte aber nicht bleiben, und versprach, später zurückzukehren. Er baute aber sozusagen einen Stützpunkt auf, indem er Aquila und Priscilla dort zurückließ. Er selbst musste nach Jerusalem, wo er die dortige Gemeinde besuchte. Dann machte er sich auf den Weg zurück in seine sendende Gemeinde in Antiochia und von dort zu Besuchen in all die Gemeinden, die er in Galatien und Phrygien gegründet hatte. Er hatte ein Hirtenherz – er musste sicherstellen, dass seine “Schafe” gut versorgt waren, geistlich wuchsen, auf festem Grund standen und geeignete Leiter hatten. Obwohl ihm in all diesen Städten Schwierigkeiten und Gefahren drohten, ließ er sich nicht von Leidensfurcht und -müdigkeit, sondern von seiner Liebe zu den Kindern Gottes bestimmen.

Wir können von ihm lernen, was Nachfolge Christi bedeutet. Die Stoßrichtung beschreibt er so: Ihr sollt nicht euren eigenen Vorteil suchen, sondern den des anderen!  Wir haben Verantwortung füreinander; bei allem, was wir tun und lassen, sollten wir das Wohl der Glaubensgeschwister im Blick haben. Wir leben nicht mehr unabhängig und für uns selbst. Gott hat uns nicht nur zu Trophäen seiner Gnade gemacht, sondern auch zum Dienst befreit und “Werke” für uns vorbereitet, die wir in seiner Kraft tun dürfen. Wir sollen unser erlöstes Leben nicht vergeuden, sondern ein Verständnis dafür entwickeln, was Gott von uns will, wie wir ihm dienen können sowohl in der Gemeinde als auch in der Welt. Unser Glaube und unsere Hoffnung sollen sich zeigen, indem wir mit Lob und Dank übersprudeln und nicht mit Auflehnung und Quengeln auf die Prüfungen Gottes reagieren. So können wir der Welt das Evangelium verkündigen und demonstrieren in diesen “bösen Tagen”.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s