Predigt-Nachlese: Apollos – treu, verfügbar, lernwillig

Predigttext: Apostelgeschichte 18,18-28

Paulus war mit seinen treuen Freunden Priscilla und Aquila nach Ephesus gekommen. Er selbst konnte dort nicht lange bleiben, weil er nach Jerusalem musste. Er ließ Priscilla und Aquila und auch die interessierten Juden, die er in der Synagoge gelehrt hatte, dort zurück und versprach wiederzukommen, “wenn Gott will”. Wir sehen hier ein schönes Beispiel dafür, wie Paulus seine Pläne machte. Schon lange hatte er Ephesus auf dem Herzen, und war es ihm ein Anliegen, dort das Evangelium zu verkünden. Er nahm aber die Umstände in seinem Leben aus Gottes Hand, und so konnte er im Vertrauen auf Gott sowohl planen als auch loslassen: Befiehl dem Herrn deinen Weg, und vertraue auf ihn, so wird er es vollbringen. Gott bringt alle seine Ziele zur Ausführung!

Auf dem Rückweg von Jerusalem nach Ephesus nimmt er sich Zeit, noch mal all die Jünger  in Galatien und Phrygien zu besuchen und zu stärken. Es war ihm immer ein Anliegen, die Gemeinden zu ermutigen und zu befestigen, die durch seinen Dienst entstanden waren. Und Gott hatte auch schon einen Plan für Ephesus. Paulus war nicht der einzige, der Ihm dort dienen konnte. Apollos, ein Jude aus Alexandrien, tauchte dort auf. Er wusste von Jesus als dem Messias, war redebegabt und wohlbewandert in der Heiligen Schrift; allerdings kannte er nur die Taufe des Johannes, d.h. ihm fehlten noch viele aktuelle Informationen über den Heilsweg. Was er aber wusste, das gab er bereitwillig weiter.

Darin ist er ein Vorbild für uns. Wir müssen nicht warten, bis wir alle Erkenntnis haben und jede Frage beantworten können. Bei der Frau, mit der Jesus am Jakobsbrunnen sprach, genügte auch ihr einfaches Zeugnis: “Da ist einer, der mir alles auf den Kopf zugesagt hat, was ich getan habe. Kommt mit und seht ihn euch an! Vielleicht ist er der Messias“, um Menschen zu Jesus zu bringen. Hat Jesus dich errettet? Kennst du drei Bibelverse? Dann hast du vielen deiner Freunde und Bekannten schon was voraus. Du musst nicht erst Theologie studieren, ehe du das weitergibst.  Es ist natürlich gut, mehr zu wissen, aber sei treu mit dem, was du hast.

Apollos war treu und hielt sich Gott zur Verfügung. Deshalb konnte Gott ihn auch an genau den richtigen Platz stellen. Ephesus brauchte Apollos – und Apollos brauchte Aquila und Priscilla.

Wenn wir bedenken, wie jung die Gemeinde war – wie muss es die beiden gewundert haben, als da plötzlich aus dem Nichts einer auftauchte, von dem sie noch nie gehört hatten, und der Jesus verkündigte? Wie erfreut sie waren? Dass sie ihn unbedingt kennen lernen mussten?! Sie merkten auch bald, dass ihm noch etwas fehlte, und dass Gott sie zusammengebracht hatte, damit sie dieses Fehlende ergänzen und ihn noch besser zum Dienst ausrüsten konnten. Und Apollos, der Eloquente und Wortgewandte, hatte ein demütiges und belehrbares Herz. Er ging nicht davon aus, dass er schon alles wusste und ihm keiner mehr was beibringen konnte.

Nach dieser kleinen Aquila- und Priscilla-Bibelschule drängte ihn sein Herz weiter nach Achaja, um dort das Evangelium zu verkünden. Er war inzwischen so integriert in die Gemeinde in Ephesus, dass die Brüder ihm ein Empfehlungsschreiben an die Christen in Achaja mitgaben. Sie standen voll hinter ihm. In Achaja war er dann denen, die durch die Gnade gläubig geworden waren, eine große Hilfe.

Was wir von Apollos lernen können:

  • treu zu teilen, was uns anvertraut ist
  • Gott zur Verfügung zu stehen mit Hingabe und Begeisterung
  • lernwillig zu bleiben, um besser besser dienen zu können

Apollos ist offensichtlich später auch nach Korinth gekommen. Paulus sagte von ihm: Ich habe gepflanzt, Apollos hat gegossen; aber Gott hat es wachsen lassen. Er gehörte zu den bewährten Mitarbeitern, welche die, die Gott geheiligt hat, zum Dienst ausrüsten, damit die Gemeinde wächst, reif, gegründet, stabil und verführungsresistent wird, die Einheit bewahrt und als Leib Christi die Liebe und Wahrheit ihres Hauptes abbildet.

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