Enttäuschung durch Missverständnis des göttlichen Terminkalenders

ruin-541153_1920

Am Sonntag behandelte die Predigt Lukas 24. Es ist die bekannte Geschichte von den Emmaus-Jüngern. Zwei völlig desorientierte, verzweifelte Männer teilen unterwegs ihre Überlegungen, aber alles dreht sich nur immer im Kreis. Sie kommen nicht weiter und nicht raus aus dem schwarzen Loch ihrer Hoffnungslosigkeit. Warum war der, den sie für den Messias hielten, hingerichtet worden? Hatten sie sich in ihm getäuscht?

Es gibt hier schon einmal eine Predigtnachlese zu der Geschichte, deswegen will ich nicht alles noch mal erzählen. Was bei mir besonders eingeschlagen hat, war dies: Wenn wir den Terminkalender Gottes missverstehen, kommen wir ganz durcheinander.

Die Vorstellung dieser Jünger war: Der Messias kommt und siegt. Dazwischen kam bei ihnen nichts. Dass da in der Heiligen Schrift auch etwas stand vom leidenden und Sünden tragenden Knecht Gottes oder davon, dass die Schlange den Erlöser in die Ferse beißen würde – das hatten sie ausgeblendet. Es war nicht so, dass sie die Bibel nicht kannten, aber sie hatten sie falsch sortiert. Jesus stellt das jetzt richtig für sie, und es ist so eine Erleuchtung! Alles macht wieder Sinn!

Sie sind mit diesem Problem nicht allein. Auch ich hatte in meinem Leben Momente tiefster Verzweiflung und Enttäuschung und Resignation, weil ich in Gottes Terminkalender etwas missverstanden hatte. Das lag nicht an der Bibel, sondern an mir.

Ent-täuschung ist gut. Es ist gut, wenn die Realität uns lehrt, noch mal ganz genau hinzugucken, was wirklich in der Bibel steht.

Als ich zum Glauben an Jesus kam, erlebte ich seine Kraft. Sie machte aus einem egozentrischen und Hass-kranken Teenager ein glückliches Mädchen. Gott hatte mir ein neues Herz gegeben, daran gab es keinen Zweifel. Jesus war der Sieger über Sünde, Tod und Teufel, und mit ihm würde ich jetzt immer auf der Gewinnerseite sein.

Und dann stieß ich nach und nach an die Mauern meines ganz irdischen Alltags. Neben diesem neuen Leben aus Gott schien mein altes sündiges Wesen immer noch vorhanden zu sein. In der wunderbaren Gemeinde Gottes begegnete mir Uneinigkeit und Streit. Kranke blieben krank. Vor allem psychische Krankheiten in meinem Umfeld brachten mich ganz aus dem Konzept. Ihre Konsequenzen schienen mein Leben in Trümmer zu legen. Hatte ich nicht von ganzem Herzen versucht, Gottes Wort zu gehorchen? Warum das alles? Wo war der Fehler?

irgendwann ließen sich die bohrenden Fragen nicht mehr ignorieren: Hatte ich mich etwa selbst betrogen und das Falsche geglaubt? War der Teufel doch am Ende der Sieger? Wo war denn die Erlösung??

In solchen Zeiten sind wir darauf angewiesen, dass Gott mit seinem Wort den Kreislauf unserer trüben Gedanken unterbricht. Er zeigte mir Römer 8, 23-25:

Aber nicht nur das, auch wir selbst, denen Gott doch schon seinen Geist gegeben hat – als Vorschuss auf das künftige Erbe -, auch wir seufzen innerlich und warten sehnsüchtig auf das Offenbarwerden unserer Kindschaft: die Erlösung unseres Körpers. Denn mit dieser Hoffnung sind wir gerettet worden. Aber eine Hoffnung, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Denn warum sollte man auf etwas hoffen, was man schon verwirklicht sieht? Wenn wir aber auf etwas hoffen, was wir noch nicht sehen können, warten wir geduldig, bis es sich erfüllt.

Da war ein Noch-nicht, das ich übersehen hatte. Unser Körper ist noch nicht erlöst, Es fehlt uns noch etwas, aber das ist kein Grund zur Verzweiflung. Wir haben ein Pfand bekommen, damit wir ganz sicher sind, dass wir das volle Erbe ausgezahlt bekommen. Aber noch seufzen wir beschwert. Sogar Jesus selbst, dem doch alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist, wartet auf den Vollzug seiner Herrschaft.

Als das so langsam bei mir einsackte, begann auch mein Herz zu brennen. Auf einmal sah ich es überall in der Bibel! Ich kriegte eine ganz neue Freude. Wenn in 1. Petrus 1,5-9 steht:

Und weil ihr an ihn glaubt, wird Gott euch durch seine Macht für die Rettung bewahren, die schon bereitliegt, um dann in der letzten Zeit offenbar zu werden. Deshalb jubelt ihr voller Freude, obwohl ihr jetzt für eine Weile den unterschiedlichsten Prüfungen ausgesetzt seid. Doch dadurch soll sich euer Glaube bewähren und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als das vergängliche Gold, das ja auch durch Feuer geprüft wird. Denn wenn Jesus Christus sich offenbart, wird auch die Echtheit eures Glaubens sichtbar werden und euch Lob, Ehre und Herrlichkeit einbringen. Ihn liebt ihr ja, obwohl ihr ihn noch nie gesehen habt, an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn auch jetzt nicht seht, und jubelt in unsagbarer, von Herrlichkeit erfüllter Freude. So werdet ihr das Ziel eures Glaubens erreichen: eure Rettung –

so ist das genau meine Erfahrung!

Ich kann mich in der Realität meines Lebens wieder orientieren. Ich muss nicht mit dem Kopf durch die Wand, wo kein Loch ist. Ich weiß, die vollkommene Heiligkeit, Gesundheit und Befreiung liegt in der Zukunft. Aber ich weiß auch, dass sie kommt! ich schmecke und rieche sie schon, und ich habe mein Pfand – und ich vertraue und liebe Jesus mehr als je zuvor, weil er mir die Wahrheit sagt!

4 Gedanken zu „Enttäuschung durch Missverständnis des göttlichen Terminkalenders

  1. Frage

    Ich habe dazu eine sehr kritische Frage: Wie genau soll uns dieses Pfand Gottes trösten auszuharren? Wieso sollte es mich ermutigen, dass der Heilige Geist mich auf meine Sünde hinweist, mir versichert, dass es Gott gibt und er mich hält, wenn sonst alle sonstigen Umstände von keiner Realität zeugen? Wieso sollte mich eine innerlich vorhandene Realität über eine äußerlich nicht vorhandene Realität hinwegtrösten? Sie könnte im schlimmsten Fall ja auch nur Einbildung sein (überspitzt formuliert)!? Wieso verlangt Gott von uns immer zu warten und schenkt außer der Veränderung meines eigenen Herzens nicht mehr. Mich hat es jahrelang immer getröstet, dass ich selbst verändert wurde, wenn ich durch ein Tal ging. Ich habe immer treu gebetet und gewartet, selbst wenn ich keine Frucht um mich herum sah….aber wie lange verlangt Gott von mir zu warten? Warum ist die Christenheit, die ich sehe so lau, schwach, sündig und von (psych.) Krankheiten durchzogen, so wie Sie sagen? Warum kommen Menschen nicht zum Glauben auch wenn ich das Evangelium hundert mal treu verkünde? Wer sagt mir, dass Gott nicht vielleicht eine deistische unbeteiligte Wesensart hat? Klar, die Bibel mit all ihren wunderbaren Geschichten, die aber leider nicht mir passieren. Höchstens auf einer geistlichen Ebene. Aber die könnte doch im schlimmsten Fall wieder nur Einbildung sein? Vielleicht hat Gott sich auch nach Abschluss der biblischen Zeit zurückgezogen? Oder er will ganz einfach jedem helfen nur mir nicht. ZB den Menschen, die irgendwelchen Wunder- und Heilungspredigern nachlaufen und magisch geheilt werden oder urplötzlich mit Engeln reden können, obwohl ich genau weiß, dass sie einen ungehorsamen Lebenswandel führen, der bestimmt nicht von einem Leben im HEILIGEN Geist zeugt. Die Bibel hat ja aber für nicht-schwärmerisch angelegte Menschen wie mich nen „ganz tollen“ Trost: „Wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen“, und macht mich so auf ganz einfache Art mundtot, nicht mehr von Gott zu erwarten. Warum müssen wir uns immer selbst mit irgendwelchen frommen Sprüchen darüber hinwegtrösten, dass Gott nicht handelt (in der äußerlichen Realität)? Ich verstehe Gott nicht mehr! Muss ich das Land verlassen und dorthin ziehen wo Erweckungen passieren, um etwas zu sehen?
    Können Sie nachvollziehen, wie ich es meine? Es sind doch mehr Fragen geworden, aber diejenige, dir mir am meisten auf dem Herzen brennt ist jene: Wieso sollte mich eine innerlich vorhandene Realität über eine äußerlich nicht vorhandene Realität hinwegtrösten?

    Gefällt mir

    Antwort
  2. Ruth Autor

    Ja, ich kann die Frage gut verstehen, auch wenn ich natürlich nicht genau weiß, was für konkrete Erfahrungen und Frustrationen dahinter stehen. Dafür müsste man sich vielleicht auf einer persönlicheren Ebene schreiben (was ich hiermit gerne anbiete).
    Mich tröstet es sehr, dass die Bibel schon davon ausgeht, dass ich durch solche Fragen gehen werde. Deswegen stellt sie mir die Leute vor, die vor mir durch solche Anfechtungen gegangen sind. Z.B. einen Jakob, der sein ganzes Leben als Nomade herumgezogen ist mit seiner problembeladenen Familie. Es gab auch gute Erlebnisse: Dass er schließlich seinen Josef wieder fand oder Gottes Hilfe in der Hungersnot – aber die Erfüllung der eigentlichen Verheißungen „begrüßte er nur von fern“, wie es in Hebräer 11,13 heißt.
    Im gleichen Kapitel sehen wir auch, dass Gott an verschiedenen Personen verschieden handelt: Die einen erleben wunderbare Rettungen, aber die anderen leiden und sterben – beides zu seiner Ehre. Seine Kraft erweist sich mal auf diese und mal auf jene Weise. Das müssen wir ihm überlassen, wie er das mit uns macht. Wenn wir aber im Leben kein anderes Ziel haben, als ihn zu verherrlichen, können wir so oder so damit glücklich sein.
    Dasselbe gilt für Erfolg in der Verkündigung. Wie viele Propheten mussten einem widerspenstigen Volk verkündigen, das einfach nicht hören wollte (oft jahrelang unter ständiger Anfeindung). Nicht zuletzt unser Herr selbst – wie hat Er unter den Pseudo-Nachfolgern gelitten, die nie wirklich umgekehrt waren! Was immer wir für Probleme und Anfechtungen haben – Er ist schon durchgegangen. Auch Er musste als Mensch gegen allen Augenschein darauf vertrauen, dass nach dem Kreuz der Thron kommen würde, und wir dürfen Ihm darin nachfolgen. Ihn zu betrachten, gibt uns die Kraft, nicht müde zu werden und alles hinzuschmeißen (Hebr.12,3).
    Wir können uns natürlich dagegen auflehnen, dass Gott das so macht. Aber wer Jesus einmal kennengelernt hat, der kann ja nicht mehr von Ihm weggehen, weil er genau weiß, dass nur Jesus „Worte des ewigen Lebens“ für uns hat. Und deswegen weiß ich auch, dass es keine Einbildung ist, dass ich, wie es in 1.Petrus 2,25 heißt, früher in die Irre gegangen bin und jetzt einen Hirten habe, der für mich sorgt. Das ist mehr als eine „innere Realität“, das ist die Realität meines ganzen Lebens. Ich erfahre durchaus seine Fürsorge und sein Eingreifen und Handeln in vielen Dingen – aber eben daneben dieses Warten auf die Vollendung. Das besteht beides nebeneinander.

    Gefällt mir

    Antwort
  3. andrea

    Wir leben in einer Zeit des Ungehorsam, wir folgen nicht mehr der Bibel sondern lassen uns von Predigern leiten. Die Prediger von heute sind nicht mehr in der Lage rechtes zu tun, es wird alles erlaubt. Im ersten Mose sagt uns Gott ganz klar was wir Essen sollen, aber wir essen alles was uns schmeckt, was Gott sagt ist nicht mehr fuer uns. Viele Frauen sind angezogen als wollen sie die Maenner vernaschen, was sagt Gott die Frau soll sich bescheiden kleiden. Unser Koerper soll ein Tempel des heiligen Geistes sein, was machen wir, wir verunehren ihn indem wir ihn mit Kaffee, Zigaretten, ungesundes Essen vergiften. 60% der Maenner haben Probleme mit Pornographie, dies ist fuer Gott ein greuel. Mein Leben war viele Jahre eine Last, ich habe auch immer gefragt, warum ich, bis ich angefangen habe mein Leben zu reinigen. Ich habe Gott gefragt, was ist zwischen mir und dir, zeige es mir, ich war geschockt was in meinem Leben nicht vergeben war. Ich habe alles was der Vater mir gezeigt hat bereinigt. Es gab viele Traenen, aber ich bin zu Menschen hingegangen und habe mich entschuldigt fuer viele gemeine Dinge die ich meinen Mitmenschen angetan habe. Heute studiere ich meine Bibel und frage den Vater wie kann ich das verstehen. Ich habe auch keine Fragen mehr. Ich weiss heute wenn ich der ganzen Bibel gehorsam bin, dann habe ich auch Segen, Schutz und Beistand der Psalm 91 ist fuer Menschen geschrieben die dem Vater gehorsam sein wollen. Ich nahm Drogen und habe 22Jahre lang taeglich Alkohol getrunken, ich habe 60 Zigaretten taeglich geraucht. Ich habe mehrere Kinder abgetrieben, war keine gute Mutter fuer meine beiden Maedels, ich war ein Ehebrecher. Ich wollte mir mehrmals das Leben nehmen, wollte sogar vor der U Bahn springen der Vater hat alles verhindert. Heute bin ich frei von allem. Ich habe eine gute Beziehung zu meinen Maedels. Ich lerne jeden Tag mehr von der Bibel nehme mir Zeit mit dem Vater zu reden. Ich gehe nicht mehr zu Menschen um Dinge zu klaeren, da ich diese Dinge mit Gott bespreche. Ich bin bemueht, meinen naechsten zu achten und zu ehren. Ich lerne auch, nicht alles so negative zu sehen. Der Vater hat mit sogar einen Ehemann geschenkt, mit dem ich durchs Leben gehen kann. Lest die Bibel und vertraut.

    Gefällt mir

    Antwort
    1. Ruth Autor

      Liebe Andrea, es ist schön, dass Gott dir deine Sünden vergeben und dir Befreiung geschenkt hat! Trotzdem bist du noch nicht am Ziel, und es wird hoffentlich noch viel Reinigung und Zunahme an Erkenntnis und den Früchten des Geistes geben in deinem Leben und ganz sicher auch Schwierigkeiten und Prüfungen und Fragen.

      Gefällt mir

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s